Der italienische Kirchenrechtler und Bischof von Mazara del Vallo, Domenico Mogavero, spricht sich gegen die Ablehnung und für einen Dialog über die sogenannten Gender-Theorien aus.

Er wünscht sich am Tag nach einer Großdemonstration in Rom gegen die „Ehe“ zwischen Homosexuellen mehr Dialog: „Ich denke, dass heute […] die Zeit einer Kirche gekommen ist, die zunächst „ja“ sagt und nicht immer auf Konfrontation aus ist“, sagte der Bischof im Gespräch mit der italienischen Zeitung „Repubblica“. Die Gender-Theorien zum Beispiel umfassten vielschichtige Themen, die „in einem ernsthaften Dialog“ angegangen werden sollten und nicht mit einer Haltung der „Frontalopposition“, so der Bischof wörtlich. Niemand verneine die Bedeutung der Ehe und Familie oder die Probleme, die die Gender-Theorien schaffen können, „aber es stimmt auch, dass jemand, der andere Vorstellungen hat, nicht als eine zu bekämpfende Person angesehen werden soll, so als wären wir die Reinen und sie die Sünder.“ (http://de.radiovatikana.va v. 23. 6.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Konkrete Maßnahmen gegen Hassreden, will das „Internationale Dialogzentrum König-Abdullah“ (KAICIID) in Wien setzen. Dafür werden knapp 1,5 Millionen Euro im Jahr 2020 zur Verfügung gestellt. Das gab der Generalsekretär des KAICIID, Faisal Bin Muaamar, in einer Aussendung bekannt. Unterstützt werden Projekte in Europa und dem Nahen Osten, in Myanmar, Nigeria und der Zentralafrikanischen Republik. Die Initiative ist auf einer KAICIID-Tagung zum Thema „The Power of Words“ in Wien ins Leben gerufen worden. An der Tagung haben mehr als 150 Führungspersönlichkeiten aus den Bereichen Religion, Politik, Kultur und Medien teilgenommen, darunter der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Ayuso Guixot. (kap u. vn v. 1. 11.)

     

  • Die Grundform des priesterlichen Dienstes in der römisch-katholischen Kirche wird die ehelose Lebensform bleiben, betonte Kardinal Christoph Schönborn in einem Fernsehinterview. Er habe sich trotzdem bei der Amazonien-Synode für die Weihe bewährter verheirateter Männer zu Priestern in Ausnahmefällen ausgesprochen und für diesen Vorschlag im Schlussdokument votiert. (kap u. vn v. 4. 11.)

     

  • Es ist eine ökumenische Premiere in Österreich: Erstmals tagen die Mitglieder der römisch-katholischen sowie der orthodoxen Bischofskonferenz gemeinsam. Das Treffen findet ab 4. November im Wiener Erzbischöflichen Palais statt. Nach einem Austausch über Themen, die für beiden Kirchen relevant sind, wird um 18.30 Uhr eine gemeinsame Vesper in der griechisch-orthodoxen Kathedrale (Fleischmarkt 13, 1010 Wien) gefeiert, zu der alle Gläubigen eingeladen sind. Der gemeinsame Teil der Tagung endet mit einem Empfang des griechisch-orthodoxen Metropoliten Arsenois (Kardamakis), der auch Vorsitzender der orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich ist. Danach diskutierte der rein römisch-katholische Episkopat u. a. die Ergebnisse der Amazonien-Synode, an der Kardinal Schönborn teilgenommen hatte. (kap u. vn v. 3. 11.)

     

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