Die Botschaft der Synode heißt: Die Kirche ist „ein Haus mit offenen Türen“.

158 von 174 wahlberechtigten Synodenteilnehmern stimmten dem Abschlussdokument zu, und das mit Euphorie, bestätigt der Kardinal Gianfranco Ravasi: „Es hat alle sehr stimuliert, und jeder wollte noch etwas hinzufügen.“ In ihrer Schlussbotschaft erkennen die Bischöfe die heutige Herausforderung der Liebe und der Treue an. Die Hauptaussage des Textes, der sich nah an dem apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus hält, ist, dass die Kirche für jeden eine offene Tür hat. Das Thema der wiederverheirateten Geschiedenen sei bei dieser Synode angesprochen worden; die Betroffenen werden auf einen gemeinsamen Weg bis zur nächsten Synode eingeladen. „Christus wollte, dass seine Kirche ein Haus ist mit einer immer offen stehenden Tür, ohne jemanden auszuschließen. Wir sind deswegen den Pastoren, den Gläubigen und den Gemeinden dankbar, die sich um Familien und Paare kümmern und sich ihrer offenen Wunden annehmen.“ Auf die Frage eines Journalisten, ob nun Homosexuelle in der Kirche akzeptiert seien oder nicht, antworteten die Kardinäle mit einem Ja: „Homosexuelle sind in der Kirche willkommen“. Neben der heute veröffentlichten Schlussbotschaft gibt es auch ein Abschlussdokument, die „Relatio Sinodi“, welches die Arbeitsgrundlage für die dreiwöchige Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode im Oktober 2015 sein soll. (http://de.radiovaticana.va/news v. 18. 10.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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