Die Herbert-Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche hat das Haus der Religionen in Bern sowie den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm aus München zu den Preisträgern 2016 gewählt.

Beide Preisträger stünden für eine entschiedene interreligiöse Verständigung, teilte die Herbert-Haag-Stiftung am 21. Oktober in Luzern mit. Unter einem gemeinsamen Dach am Berner Europaplatz hätten Ende 2014 acht Religionsgemeinschaften aus Weltreligionen ihr „Haus“ der Religionen und Kulturen bezogen. Das finde große Beachtung. Der 55-jährige Heinrich Bedford-Strohm setze sich als Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland konsequent für die Verständigung der Konfessionen und Religionen ein. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis erhalte er, weil er als führender kirchlicher Amtsträger vorlebe, dass Freiheit in der Kirche und aktiver interreligiöser Dialog eng zusammen gehörten. Die beiden Preise werden am 13. März 2016 im Haus der Religionen am Europaplatz in Bern überreicht. (http://www.kath.ch vom 21. 10.; http://www.kathpress.at vom 22. 10.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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