Hoffnungszeichen Februar 2026 - Innerkirchliche Reformansätze

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Ein Universitätsprofessor sieht das Neue Testament als „bestes Rezeptbuch" für Synodalität. Für Martin Ebner, NT-Professor an der Universität Bonn, waren die frühchristlichen Gemeinden deutlich partizipativer und vielfältiger organisiert gewesen als heutige kirchliche Strukturen. Das biblische Zeugnis zeige, dass Reformfähigkeit von Anfang an zum Christentum gehört habe, sagte er im Schweizer Portal „kath.ch". Die ersten christlichen Gemeinden übernahmen Formen der Organisation, veränderten sie jedoch grundlegend: Alle Getauften galten als Vollmitglieder und verfügten über Rede- und Stimmrecht – unabhängig von Geschlecht oder sozialem Status. Leitung sei meist gemeinschaftlich wahrgenommen worden, häufig durch Ältestenräte oder Teams. Erst in den später entstandenen Pastoralbriefen findet sich das Modell eines allein verantwortlichen Bischofs. Auch Gottesdienste seien ursprünglich ohne Priester gefeiert worden. Eine zentrale Rolle spielten Frauen: „Frauenpower ist charakteristisch für das frühe Christentum." Frauen seien als Lehrerinnen, Gastgeberinnen, Gemeindeleiterinnen oder Apostelinnen tätig gewesen. „Wir haben mit dem Neuen Testament das beste Rezeptbuch in der Hand – und nutzen es viel zu wenig. Nicht, um es eins zu eins zu kopieren, sondern um uns in diesem Geist weiterzuentwickeln. […Es zeigt] gerade ein Blick auf die lange Tradition der Kirchen, dass ständig alles im Fluss war. […] Sowohl das Neue Testament als auch die Tradition unserer Kirchen fordern uns heraus, uns ständig auf die wechselnden Verhältnisse vor Ort einzulassen….“ (kath.ch v. 10. 2.)

Eine Kirchenhistorikerin sieht das Diakoninnen-Amt als Prüfstein für realitätsangemessenes Handeln der römisch-katholischen Kirche. Es geht der Theologin Regina Heyder um Geschlechtergerechtigkeit und theologisch schlüssige Argumentationen. In einem Beitrag in der Zeitschrift „Publik-Forum" betonte sie: Viele Gegner des Frauendiakonats verwiesen auf das ungeklärte Profil des Amts. Doch das sei „angesichts der Praxis beim männlichen Diakonat nur als Frauenfeindlichkeit zu werten". Die Wiedereinführung von Diakoninnen sei schon auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) von Frauenverbänden, Ordensfrauen und Bischöfen forciert worden. Seitdem bleibe sie als unerledigtes Anliegen bestehen „von der Würzburger Synode bis zum Synodalen Weg, der zu Recht betont, dass dies das diakonische Profil der Kirche schärfen und ihre Glaubwürdigkeit stärken würde". Laut Heyder ist das Mannsein Jesu als Argument dafür, dass nur Männer geweiht werden dürfen „theologisch schwach, traditionsvergessen und nicht vermittelbar". (domradio.de v. 11. 2.)

Deutsche Bischöfe beantragen in Rom die Frauenpredigt in der Messe. Nach der Deutschen Bischofskonferenz sollen Frauen künftig in römisch-katholischen Messen predigen dürfen. Das gab der neue Vorsitzende Heiner Wilmer zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg bekannt. Dies solle für qualifizierte Männer und Frauen gelten, die vom jeweiligen Bischof beauftragt wurden. „Wir haben vereinbart, dass ich dies bei meinem nächsten Besuch in Rom mitnehmen und auch noch einmal vor Ort im Gespräch erläutern und dafür werben werde", so Wilmer vor Journalisten in Würzburg. Laut Kirchenrecht dürfen Laien nicht in Messen predigen – laut Canon 766 außer in Einzelfällen, „wenn das unter bestimmten Umständen notwendig oder in Einzelfällen als nützlich angeraten ist". Weiters werde er sich in Rom dafür einsetzen, dass der Vatikan die von den Bischöfen gebilligte Satzung der „Synodalkonferenz“ absegnet. Darin sollen auch Laien stimmberechtigt sein. Die geplante „Synodalkonferenz“ ist ein Ergebnis des deutschen Reformprojekts „Synodaler Weg“, bei dem es u. a. um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen ging. (kap u kna v. 26. 2.)