Zum interreligiösen Dialog gibt es keine Alternative. Das sagte Matthias Hohla, Referent für Ökumene und interreligiösen Dialog in der Erzdiözese Salzburg, bei einer Podiumsdiskussion. Im Rahmen der Islamwoche 2026 diskutierten zum Thema „Vielfalt leben, Dialog stärken, Zusammenleben gestalten". Musliminnen und Muslime in der „TriBühne Lehen“ die Salzburger Stadträtin Andrea Brandner, Ahmet Yilmaz und Seid Memic von der Islamischen Religionsgemeinde Salzburg sowie Hussein Hamdan von der Eugen-Biser-Stiftung. Hohla hob hervor, dass der interreligiöse Dialog inzwischen seinen Platz in vielen Einrichtungen in Salzburg gefunden habe. (kap v. 4. 2.)
Antrittsbesuche des Wiener Erzbischofs bei Spitzen von Juden und Muslimen. Der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hat der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) seine Antrittsbesuche abgestattet. Am Sitz der IKG wurde er von Oberrabbiner Jaron Engelmayer und IKG-Präsident Oskar Deutsch empfangen. „Wir freuen uns, mit Erzbischof Josef Grünwidl einen sehr starken Partner für den Austausch und das friedliche Miteinander zu haben“, zitierte die Erzdiözese Wien in einer Aussendung Oberrabbiner Engelmayer. In der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) empfingen Präsident Ümit Vural und die Leiterin des Präsidialbüros der IGGÖ, Edina Husovic, den neuen Erzbischof. Vural danke für den Besuch und sehe ihn als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung. Grünwidl unterstrich nach der Begegnung, der Besuch bei der IGGÖ sei ihm „ganz wichtig" gewesen. Er habe zeigen wollen, „sehr gerne mitzuarbeiten[...], einen europäischen, einen österreichischen Weg für die muslimische Glaubensgemeinschaft zu finden". (kap v. 9. 2.)
Bei der ersten Moschee in Thüringen wurde auch ein „Haus des Dialogs“ errichtet. Nach fast siebenjähriger Bauzeit ist Thüringens erster Moschee-Neubau in Erfurt eingeweiht worden. Das islamische Gotteshaus mit Kuppel und einem acht Meter hohen Zierminarett gehört der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde, die im Freistaat rund 100 Mitglieder hat. „Dass wir heute in dieser fertigen Moschee sitzen dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit. Der Weg war lang und von vielen Herausforderungen, Gesprächen und Prüfungen geprägt", sagte der Präsident der Ahmadiyya-Gemeinde Thüringen, Suleman Malik, beim Festakt. Die neue Moschee solle ein Haus des Gebets, aber auch des Dialogs und des gegenseitigen Respekts sein: „Es soll Brücken bauen." Der Bau, wurde ausschließlich aus Spenden finanziert. Die Ahmadiyya-Gemeinschaft versteht sich als weltweite islamische Reformbewegung, wird aber von vielen anderen muslimischen Strömungen nicht anerkannt. Bundesweit hat sie nach eigenen Angaben etwa 60.000 Mitglieder und unterhält mehr als 60 Moscheen. (kap v. 14. 2.)
Papst Leo XIV. hat zum chinesischen Mond-Neujahrsfest einen Friedensappell lanciert: „Dieses freudige Fest möge dazu anregen, familiäre Beziehungen und Freundschaften intensiver zu leben; […] möge es Anlass sein, gemeinsam in die Zukunft zu blicken und Frieden und Wohlstand für alle Völker zu schaffen. Mit meinen besten Wünschen für das neue Jahr grüße ich alle herzlich und erbitte für jeden den Segen des Herrn.“ Das 15tägige Fest Chunjie gilt als das wichtigste und am weitesten verbreitete traditionelle Fest in China und wird auch in Korea, Vietnam und der Mongolei begangen. Mehrere hundert Millionen Menschen reisen dann zu ihren Familien. (vn v. 15. 2.)
Muslime warnen vor einer Ideologisierung des Fastenmonats Ramadan. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur: „Der Ramadan wird von einigen männlichen Jugendlichen zum Anlass genommen, Männlichkeit misszuverstehen als Demonstration körperlicher Leistungsfähigkeit, Durchhaltevermögen und vermeintlicher religiöser Stärke." Manche Jugendliche spielten dann eine Art Religionspolizei. „Sie werten Mitschüler ab, die nicht fasten wollen oder können, setzen sie emotional unter Druck oder mobben sie mit Sätzen wie: Was für ein Muslim bist du?" Religion werde derzeit immer stärker zu einer Identitätsressource, die laute: „Wer nicht fastet, gerät schnell in eine Rechtfertigungsposition." Seyran Ates, Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, meinte: „Aus meiner Sicht besteht gegenwärtig leider eine Instrumentalisierung des Ramadan durch den politischen Islam in Deutschland“ Oft werden Gruppen, die zum Fastenbrechen einladen, vom Verfassungsschutz beobachtet. (kap u. kna v.17. 2.)
Die Kirchen in Nordrhein-Westfalen grüßen die Muslime zum Ramadan. Fastenzeit und Ramadan starten nahezu zeitgleich. Der Limburger Bischof Georg Bätzing, der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, schreibt dazu: „Diese seltene Übereinstimmung lädt uns dazu ein, mit wachem Sinn all das wahrzunehmen, was uns miteinander verbindet. […] Dann ist Religion auch keine Barriere, sondern eine Ressource für den Frieden". In einem Brief der Bistümer Aachen, Essen, Münster und Paderborn sowie der evangelischen Landeskirchen Rheinland, Lippe und Westfalen an muslimische Mitbürger wünscht man einen „gesegneten Monat voller Vergewisserung und Zuversicht. […] Darin zeigt sich eine Haltung, die für unsere Gesellschaft von größter Bedeutung ist: Achtsamkeit im Umgang miteinander, Bereitschaft zum Teilen und ein wachsames Herz für Gerechtigkeit und Frieden.…." (domradio.de v. 18. 2.)
Ein Theologe beleuchtet die Parallelen zwischen Fastenzeit und Ramadan. Prof. Dr. Thomas Lemmen, theologischer Referent für interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln, im Interview: „Die Gemeinsamkeiten sind verblüffend. Beim christlichen Fasten […] geht es um Fasten, Beten und Almosengeben. Genau das spielt auch in der muslimischen Fastenzeit eine große Rolle. […] Der größte Unterschied ist die theologische Relevanz. Die christliche Fastenzeit ist eine Vorbereitungszeit auf das Osterfest. […] Das Fasten im Islam ist eine Erinnerung daran, dass der Koran zum ersten Mal in diesem Monat herabgesandt wurde. […] In der westlichen Christenheit ist das Fasten eine Einschränkung oder ein Verzicht auf bestimmte Dinge. Sieht man von den gebotenen Fasttagen, Aschermittwoch und Karfreitag, ab, kann jeder für sich das Fastmaß festlegen. Im Islam ist das anders, da ist das Fastmaß genau reguliert, nämlich ein vollständiger Verzicht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. […] Es gibt Möglichkeiten der Begegnung durch das Fastenbrechen, gegenseitige Besuche und Glückwünsche, dadurch, dass man sich gegenseitig einlädt und einfach zur Kenntnis nimmt: Ja, wir sind auf dem Weg zu Gott, wir gehen den Weg ein Stück gemeinsam, wir haben andere theologische Hintergründe und Verstehensweisen, aber wir sind doch auch in dieser Welt gemeinsam unterwegs.“ (domradio.de v. 18. 2.)
Der Vatikan sendet Glückwünsche an die Moslems zum Ramadan. In Anlehnung an das Konzilsdokument „Nostra Aetate“ von 1965 wird die gemeinsame Glaubensbasis von Christen und Muslimen an den einen barmherzigen Gott hervorgehoben. Das zeitliche Zusammenfallen von Ramadan und der christlichen Fastenzeit ermöglicht eine gemeinsame Phase des Gebets, Fastens und der inneren Erneuerung. Unterzeichnet ist die Botschaft vom Präfekten des Dikasteriums für interreligiösen Dialog, Kardinal George Jacob Koovakad. Christen und Muslime dazu aufgerufen, neue Wege der Erneuerung zu eröffnen, getragen von Gebet, Fasten, Nächstenliebe und kreativer Verantwortung für eine gerechtere Welt. In Anlehnung an die Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltfriedenstag 2026 wird hervorgehoben, dass echter Frieden aus der „Abrüstung von Herz, Geist und Leben“ entsteht. Den Abschluss des Schreibens bildet die Bitte, dass die Zeit von Ramadan und Fastenzeit zu einem Anstoß für eine erneuerte Welt wird, in der Feindschaft durch Versöhnung überwunden wird und der Mut zum Frieden die Gewalt besiegt. (vn v 20. 2.)
In Israel wurde eine interreligiöse Allianz für Menschenrechte gestartet. Unter dem Titel „Faithful Futures“ (Für eine zuverlässige/gläubige Zukunft) wollen jüdische Rabbiner und christliche Theologen für Solidarität und gemeinsames Handeln eintreten, erklärten Sprecher der „Rabbis for Human Rights" und der palästinensischen ökumenischen Organisation „Sabeel". Ziel sei der Einsatz für Menschenrechte, gemeinsame Werte, Schutz allen Lebens sowie für Frieden und Gerechtigkeit, wie die deutsche Katholische Nachrichten-Agentur meldet. Anton Goodman von „Rabbis for Human Rights" betonte, es handele sich um ein „glaubensbasiertes Projekt", das Religion, Glauben und Menschenrechte miteinander verbinde. Die Religionen könnten statt einer Barriere eine Brücke für moralische Partnerschaft sein. (kap u kna v. 27. 2.)