In der Ukraine gab es ein vom Weltkirchenrat und dem Allukrainischen Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften organisiertes Friedensgebet. Zum globalen Internet-Gebet für Frieden in der Ukraine sagte ÖRK-Generalsekretär Pastor Jerry Pillay: „Obwohl die Entfernung uns trennt, sind wir doch im Geiste vereint". Der ukrainische reformierte Bischof Sándor Zán Fábián, der auch Vorsitzender des Allukrainischen Rates der Kirchen und Religionsgemeinschaften ist, sagte in seiner Begrüßungsansprache: „Ich hoffe, dieses Gebet stärkt jede und jeden von uns in unserem Verständnis, dass wir in Christus eins sind, und dass das Licht immer über die Dunkelheit triumphiert." Pastor Heider János von der Reformierten Kirche in der Ukraine fragte die Teilnehmenden: „Wo sollen wir die Kraft schöpfen, nicht nur zu überleben, sondern menschlich zu bleiben, die Liebe und den Frieden in uns zu bewahren und in der Lage zu sein, unserem Nächsten zu helfen?". Der Allukrainischen Rat der Kirchen und Religionsgemeinschaften vertritt mehr als 90 Prozent aller religiösen Organisationen und Gemeinschaften in der Ukraine. (kap v. 12. 6.)
Wiens Erzbischof gratuliert neuem Wiener Oberrabbiner. In einem Schreiben wünschte Josef Grünwidl dem Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Wien, Yaron Nisenholz, für seinen Amtsantritt „Kraft, Weisheit und ein offenes Herz für die Menschen". Die römisch-katholische Kirche stehe „kompromisslos an der Seite" der IKG. Er hob das gewachsene Miteinander der Religionsgemeinschaften in Wien hervor und bezeichnete dessen Fortführung als gemeinsame Aufgabe. Grünwidl verwies auf die Rolle seiner Vorgänger, der Wiener Erzbischöfe Franz König (1905-2004) und Christoph Schönborn, sowie auf die Arbeit des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit. (kap v. 19. 6.)
Eine neue Plattform im Tschad stärkt die Zusammenarbeit der Religionen. Neben der römisch-katholischen Bischofskonferenz sind auch der Nationale Rat für Islamische Angelegenheiten und die Vereinigung der evangelischen Kirchen und Missionen dabei. Die Statuten der Plattform wurden in einer feierlichen Zeremonie mit Vertretern der Religionen unter dem Vorsitz von Limane Mahamat, dem stellvertretenden Premierminister für Territorialverwaltung und Dezentralisierung auf den Weg gebracht. Mahamat betonte laut dem vatikanischen Pressedienst Fides, dass die Plattform einen wichtigen Schritt zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der gegenseitigen Akzeptanz zwischen den Religionsgemeinschaften darstelle, da sie einen formalen Rahmen schaffe, der es den Religionsvertretern ermögliche, ihre Bemühungen zur Wahrung von Frieden und sozialem Zusammenhalt zu koordinieren. Außerdem bekräftigte er die Anerkennung von Präsident Mahamat Idriss Déby Itno für den Beitrag der verschiedenen Religionsgemeinschaften zur Förderung des Friedens im Land. Tao Élysée, Sekretär der Allianz der evangelischen Kirchen, erklärte: Wir haben „unsere Glaubensrichtungen, aber wir haben auch eine Nation, die wir gemeinsam aufbauen müssen.“ Ähnlich äußerte sich Scheich Abdadayim Abdallah Ousman, Präsident des Conseil National des Affaires Islamiques du Tchad: „Gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern aus der katholischen und protestantischen Gemeinschaft arbeiten wir seit mehreren Jahren daran, ein friedliches Zusammenleben und gegenseitigen Respekt zu fördern.“ (fides u. vn v. 26. 6.)
Muslimische Jugend will gegen politischen Islam vorgehen. Mit einer „Bildungsoffensive gegen den politischen Islam" will die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) selbsternannten „Tiktok-Predigern" in den Sozialen Medien das Wasser abgraben. Ziel sei es, in Zusammenarbeit mit Partnern aus Politik, Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft muslimische Jugendliche vor demokratiefeindlichen und frauenverachtenden Einstellungen zu „immunisieren", hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien. „Die österreichischen Werte und die muslimischen Werte stehen nicht im Widerspruch - das ist die Message, die ich den jungen Menschen geben", sagte Cemile Atasoy, MJÖ-Vorstandsmitglied. Unterstützt wird das Projekt vom früheren Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP). Geplant sind österreichweit Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden, um Jugendleiterinnen und -leiter, Sozialarbeiter, Pädagogen und Multiplikatoren so zu qualifizieren, dass sie den von islamistischen Akteuren verwendeten Narrativen fachlich fundiert entgegentreten können. „Pseudo-Scheichs" versuchten Jugendliche in TikTok und Sozialen Medien mit verfassungsfeindlichen, extremistischen, menschenrechtswidrigen und sexistischen Inhalten zu fluten, warnte Atasoy. „Weil sie einfach erscheinen", wirkten diese Inhalte besonders auf Jugendliche auf der Suche nach Orientierung. Junge Musliminnen und Muslime bräuchten eine „zeitgemäße Lesung der Quellen, die den Ansprüchen einer offenen, pluralen Demokratie des 21. Jahrhunderts gerecht wird", sagte MJÖ-Bildungsreferentin Esma Gürsoy-Kacar. Eine Schriftenreihe ist geplant , die als Nachschlagewerk und Argumentationshilfe der Ideologie des politischen Islams theologisch und wissenschaftlich „den Boden entzieht". (kap v. 29. 6.)