Hoffnungszeichen März 2026 - Interreligiöser Dialog

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In Wien gab es ein interreligiöses Fastenbrechen. Auf Einladung der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) fand ein interreligiöses Fastenbrechen im Wiener Schloss Cobenzl mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen als Ehrengast statt. (www.p-udo-ja.at v. 1. 3.)

Christen und Muslime beten in Pakistan gemeinsam um Frieden. Führende Vertreter beider Religionen trafen sich zum Fastenbrechen (Iftar) in der Badshahi-Moschee in Lahore. Generalvikar P. Asif Sardar bezeichnete das Treffen gegenüber der Nachrichtenagentur „Fides“ als „klares Signal des Friedens und der Einheit“. Fasten, Gebet und Nächstenliebe sollten die Versöhnung fördern. Neben P. Asif nahmen P. James Channan, Direktor des Friedenszentrums Lahore, und Abdul Khabir Azad, Imam der Moschee, teil. Beide betonten das gemeinsame Engagement für Frieden und den Wert religiöser Praktiken im Ramadan und der christlichen Fastenzeit. (vn v. 2. 3. u. kap v. 3. 3.)

Die Wiener Religionsgemeinschaften unterzeichneten eine Erklärung für den Frieden. Vertreter von zehn Religionsgemeinschaften haben auf dem Gelände des entstehenden Wiener „Campus der Religionen" die „Wiener Erklärung - Religionen für den Frieden" unterzeichnet. „Wir appellieren an unsere Gemeinden und an alle Menschen, die in Wien leben, sich unermüdlich für den Erhalt des friedlichen und respektvollen Miteinanders in unserer Stadt einzusetzen", heißt es in der Erklärung, die zunächst am 9. Jänner 2025 von Kardinal Christoph Schönborn, Oberrabbiner Jaron Engelmayer und dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Ümit Vural, unterzeichnet worden war. Jetzt haben sich auch andere Religionsgemeinschaften dieser Erklärung angeschlossen, um so ein „gemeinsames Zeichen für ein friedvolles, konstruktives und respektvolles Miteinander" zu setzen: Oberrabbiner Jaron Engelmayer, Superintendent Matthias Geist (Evangelische Kirche A.B.), Walter Hessler (Neuapostolische Kirche in Österreich), Gursharan Singh Mangat (Sikh Gemeinde Österreich), Sunil Narula (Hindugemeinschaft Österreich), Archimandrit Ilias Papadopoulos (Ökumenisches Patriarchat Metropolis von Austria), Superintendent Stefan Schröckenfuchs (Evangelisch-methodistische Kirche), Imam Ermin Sehic (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich) sowie Gerhard Weissgrab (Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft). Im Anschluss an die Unterzeichnung wurde das Dokument als Zeitkapsel in den Eckstein des entstehenden „Campus der Religionen" eingelassen. Die „Wiener Erklärung" im Wortlaut: „In Wien gibt es eine gute, tragfähige und konstruktive Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften. Sie ist auch Frucht eines langjährigen Dialogs in unserer Stadt. Aus dieser Erfahrung und aus unserer gemeinsamen Verantwortung setzen wir uns für den Frieden ein - in der Überzeugung, dass der Glaube eine kraftvolle Basis für ein friedliches Zusammenleben sein kann. Entschieden verurteilen wir jeglichen Missbrauch von Religion zur Anstiftung oder Rechtfertigung von Terror und Gewalt. Zugleich treten wir gegen jede Form von Diskriminierung und Bedrohung religiösen Lebens auf. Wir verpflichten uns, das gegenseitige Verständnis und den Zusammenhalt in unseren Religionsgemeinschaften mit aller Kraft zu stärken. Wir appellieren an unsere Gemeinden und an alle Menschen, die in Wien leben, sich unermüdlich für den Erhalt des friedlichen und respektvollen Miteinanders in unserer Stadt einzusetzen.“ (kap v. 8. 3.)

In Ägypten wird der Ostersonntag für Christen als Feiertag anerkannt. Christliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im privaten Sektor erhalten das Recht auf einen bezahlten Urlaub am Ostersonntag. Die Kirchen begrüßen diesen Schritt als wichtiges Signal der staatlichen Anerkennung. (Christen in Not 3/2026)

Der Vatikan verurteilt die Islamfeindlichkeit. Ein Diplomat von der Ständigen Vertretung des Vatikans bei den Vereinten Nationen sagte in einer Sitzung: „Diskriminierung und Gewalt gegen Muslime schwächen die Bande des Vertrauens und der Solidarität, die die Menschheit gerade im aktuellen internationalen Kontext besonders dringend benötigt“. Anlass war der Internationale Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit am 15. März. Die zunehmenden Fälle von Intoleranz, Diskriminierung und Feindseligkeit gegenüber Muslimen, Juden, Christen und Anhängern anderer traditioneller Religionen seien darauf zurückzuführen, „dass das Recht auf Religions- oder Weltanschauungsfreiheit nicht anerkannt und verteidigt wird. […] Diskriminierung und Gewalt gegen Muslime schaden nicht nur dem Einzelnen, sondern untergraben auch das geistige, moralische und soziale Gefüge der Gesellschaft insgesamt“. Das Recht auf Religionsfreiheit sei „kein Luxus, sondern ein Grundpfeiler jeder gerechten Gesellschaft“. Im Internet werde heute die Diskriminierung religiöser Gruppen durch „feindselige Narrative“ verbreitet. (vn v. 17. 3.)

Christen, Moslems und Juden in Thüringen gründen einen Verein zur Völkerverständigung. Unter dem Namen „Ester" hat sich in Erfurt ein neuer Verein gegründet. Er setzt sich für die Verständigung zwischen Christen, Juden und Muslimen ein. Der persischstämmige Erfurter Unternehmer Pirusan Mahboob hat „Ester“ mitbegründet: „Wir Iraner sind alles andere als Antisemiten." Mehr als 40 Jahre habe leider die iranische Staatsführung alles getan, um das Land in diese Rolle zu drängen. Ein bedeutender Teil der persischen Kultur seien seit Jahrtausenden die Juden. Heinz-Jürgen Kronberg, ein ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter, führt den Verein. Die Idee sei ihm und seinem Freund Pirusan nach einer gemeinsamen Reise nach Hamadan im Iran gekommen, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. „Wir stellen uns etwa Angebote für Jugendliche vor": Das könnten Besuche in Schulklassen sein oder ein mehrtägiges Camp, in dem Jugendliche über ihr Leben, ihre Kultur und ihre Religion sprechen. Der Name des Vereins bezieht sich auf die biblische Königin Ester. Ihr Grab in der uralten persischen Stadt Hamadan gilt als eine der wichtigsten jüdischen Pilgerstätten außerhalb Israels. Ester und ihr Cousin Mordechai retteten einst das jüdische Volk im Persischen Reich. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts seien viele Juden von dort weggezogen. Im gesamten Land sollen noch etwa 15.000 Juden leben. Vieles sei denkbar, sagt auch Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. So könnte künftig auch Hamadan in die Israelisch-Jüdischen Kulturtage einbezogen werden, regte er an. (domradio.de v. 23. 3.)

Papst Leo XIV. ermutigt zu intensiverem Dialog zwischen Christen und Muslimen. Diese Zusammenarbeit von Christen und Muslimen in Afrika sei ein wichtiges Zeugnis „in einer Welt, die zunehmend von religiöser Radikalisierung, Spaltung und Konflikt geprägt ist", sagte er laut „Vatican News" bei einer Begegnung mit Mitgliedern eines „Programms für christlich-muslimische Beziehungen in Afrika" mit Sitz in Kenia. Er zitierte aus mehreren Konzilsdokumenten und rief dazu auf, „das Engagement für die Zusammenarbeit zwischen Christen und Muslimen zum Wohl der Allgemeinheit zu vertiefen". Das gemeinsame Zeugnis von Christentum und Islam in einer konfliktgeladenen Welt zeige, „dass es möglich ist, trotz kultureller und religiöser Unterschiede in Frieden und Harmonie zusammenzuleben und zusammenzuarbeiten. […] Als Religionsführer haben wir eine gemeinsame heilige Verantwortung: unseren Gläubigen dabei zu helfen, sich von den Fesseln der Vorurteile, der Wut und des Hasses zu befreien" sagte er drei Wochen vor seiner ersten Afrikareise (vn v. 25. 3.; kap v. 26. 3.)

Römisch-katholische Bischöfe Deutschlands empfangen Musliminnen und Muslime. Ihre Appelle zur Solidarität gegenüber der jeweils anderen Religion äußerten sie beim Jahresempfang der Deutschen Bischofskonferenz in Frankfurt: Die Menschen bräuchten echte Solidarität, wenn sie aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit Anfeindungen und Übergriffe erführen, so der Augsburger Bischof Bertram Meier. Antisemitismus, Islam- und Menschenfeindlichkeit dürften in der Gesellschaft keinen Platz haben. Er betonte, dass Christen und Muslime trotz Unterschieden in der Glaubenslehre geistliche Berührungspunkte teilten: Beide Religionen vertrauten sich einem barmherzigen Schöpfergott an. Die Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft, die Muslimin Dunya Elemenler, warb in ihrem Grußwort für aktives Handeln: Es gehe darum, Vertrauen wachsen zu lassen. Denn am Ende entscheide sich die Zukunft des interreligiösen Dialogs im Miteinander der Menschen. Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler und der muslimische Religionspädagoge und Imam Mohammed Abualwaffa berichteten über ihre gemeinsamen Dialogerfahrungen, die sie in einem Buch veröffentlichten. (vn v. 28. 3.)

Der Wiener Erzbischof schreibt zum Pessach-Fest an die jüdische Gemeinde. Im Blick auf den zunehmenden Antisemitismus versichert Josef Grünwidl der jüdischen Gemeinde: „Wir stehen fest an Ihrer Seite“ und nennt die Juden „unsere älteren Geschwister im Glauben“. Wie Kardinal Christoph Schönborn verbürge er sich für den Frieden zwischen den Religionen in Österreich. Glückwünsche zum Pessach-Fest hat auch heuer wieder Kardinal Christoph Schönborn an Oberrabbiner Engelmayer und die Israelitische Kultusgemeinde gerichtet. Am 8. April jährt sich die Neugründung der Israelitischen Kultusgemeinde nach den Grauen der Shoah zum 80. Mal. Herzliche Glückwünsche an Oberrabbiner Engelmayer und die jüdische Gemeinde kommen auch vom Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit: „Zu Pessach und Ostern übermitteln wir Ihnen und Ihren Familien unsere herzlichen Wünsche für friedvolle Feiertage" heißt es in dem Schreiben von Präsidentin Regina Polak. Pessach beginnt heuer am 1. April und dauert bis zum 9. April und erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. (kap u. vn v. 30. 3.)