Hoffnungszeichen Oktober 2025 - Interreligiöser Dialog

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Der Berliner Imam lädt am Tag der Deutschen Einheit zum „Tag der offenen Moschee“ ein. Scharjil Khalid (Islamischer Theologe und Imam der Kahija Moschee Berlin) im Interview: „Unser Highlight in Berlin ist, dass der Tag der offenen Moschee diesmal auf einen Freitag fällt. Also auf den heiligen Tag der Muslime, vergleichbar mit dem Sonntag in der Kirche. Besucherinnen und Besucher haben dadurch die Möglichkeit, live eine Freitagspredigt und ein Freitagsgebet mitzuerleben. Darüber hinaus bieten wir eine besondere Ausstellung mit dem Thema ‚Islamische Zeitreise‘ an. Außerdem gibt es einen eigenen Bereich für Kinder und Familien, sodass sich der Tag der offenen Moschee auch als Familienausflug eignet. […Der 3. Oktober] steht nicht nur für die Überwindung der innerdeutschen Teilung, sondern auch für die Anerkennung der Verwurzelung des muslimischen Lebens in Deutschland. Deswegen ist es wichtig, an diesem Tag zu zeigen, dass zur Einheit Deutschlands auch die religiöse Vielfalt gehört. […] Darauf legen wir sehr viel wert: Dass die Menschen ganz offen ihre Fragen stellen, ihre Anliegen äußern und auch Vorurteile oder kontroverse Themen ansprechen können. So entsteht ein Dialog, durch den Brücken gebaut und gegenseitiges Verständnis gefördert werden. […] Wir gehören der Ahmadiyya Muslim Jama’at an, einer internationalen Religionsgemeinschaft. Der Kalif hat seinen Sitz in London. Deshalb ist es an diesem Tag ein besonderes Highlight, dass eine Ansprache aus London live übertragen wird. Die Besucherinnen und Besucher haben so die Möglichkeit, den Islam auch in einer internationalen Dimension kennenzulernen und nicht nur auf städtischer, lokaler oder nationaler Ebene….“ (domradio.de v. 3. 10.)

Der Vatikan erinnert an den Friedensauftrag aller Religionen. Kardinal George Jacob Koovakad, Präfekt des Dikasteriums für Interreligiösen Dialog, sprach bei einer interreligiösen Konferenz im indischen Mumbai. Das Konferenzthema war: Pilgrims of Hope – Religions Journeying for Peace (Pilger der Hoffnung, Religionen auf der Reise zum Frieden). „Als Gläubige sind wir berufen, Männer und Frauen der Hoffnung zu sein, die denen Hoffnung bringen, die sie verloren haben, insbesondere den Armen, den Leidenden, den Ausgegrenzten, den Diskriminierten, den Verfolgten und den Schwächsten der Gesellschaft“. Die Religionen hätten das Potenzial, Brücken zu bauen zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens, verschiedener Kulturen und Herkunft und seien „verpflichtet, den Frieden durch Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, Abrüstung und Bewahrung der Schöpfung zu fördern“. Damit erinnerte er an das Konzilsdokument „Nostra aetate“ und an die Enzyklika „Fratelli tutti" von Papst Franziskus. (vn v. 4. 10.)

Muslimische Gelehrte können auch in der Vatikanbibliothek beten. Auch in der bedeutendsten Bibliothek der Christenheit müssen Muslime nicht auf ihre Gebete verzichten. Giacomo Cardinali, Vizepräfekt der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek, sagte der Zeitung „La Repubblica": „Natürlich haben uns einige muslimische Gelehrte um einen Raum mit einem Teppich zum Beten gebeten, wir haben ihn ihnen gegeben". Die Büchersammlung des Vatikans enthalte „unglaublich alte Korane", so Cardinali weiter. „Wir sind eine Universalbibliothek, es gibt arabische, jüdische, äthiopische Sammlungen, chinesische Unikate." (domradio.de u. vn v. 8. 10.)

In China wurde eine restaurierte Kirche wiedereröffnet. Die Pfarrkirche von Maoming aus dem Jahr 1912 in der Provinz Guangdong wurde nach umfangreicher Renovierung feierlich wiedereröffnet. Bischof Paul Su Yongda bezeichnete sie als „Zeichen der Gegenwart Gottes“. (Christen in Not 10/2025)

An der Universität Wien erfolgte der Start für das neue Masterstudium „Religion in Europe". Dieses Studium wurde ökumenisch von den Katholisch- und Evangelisch-Theologischen Fakultäten konzipiert. Die Dekanin Prof. Andrea Lehner-Hartmann in einer Aussendung: „Wir fühlen uns durch die hohe Nachfrage und durch die Internationalität und Interdisziplinarität der Studierenden bestätigt: Der neue Master ist ein überzeugendes Angebot und zeigt, dass religionsbezogene und theologische Themen ein internationales Publikum an unsere Universität locken können". Der viersemestrige Studiengang in Englisch richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen mit Bachelor-Abschluss und soll auch Menschen im Berufsleben ansprechen. Neben einem verpflichtenden Eingangskurs erwarten die Studierenden vier Schwerpunkte: Religion und Text, Religion, Ethik und Politik, Religion und Gesellschaft sowie Religion und Kultur. Davon müssen drei absolviert werden. Eine Teilnahme ist auch online möglich. Die verpflichtenden Seminare werden teilweise als Blockveranstaltungen angeboten, um so auch für Studierende außerhalb von Wien oder Österreich attraktiv zu sein. (kap v. 10. 10.)

In Zürich arbeiten christliche und muslimische Seelsorgende im Spitälern Hand in Hand. Das Modellprojekt im Kanton Zürich soll nicht nur auf lokaler Ebene, sondern auch weit darüber hinaus Strahlkraft entfalten, sagt Muris Begovic, Präsident der Vereinigung Islamischer Organisationen in Zürich. Der Anstoß war kein rein spiritueller, sondern politisch motiviert, erläutert Sabine Zgraggen, Theologin und Dienststellenleiterin der Spital- und Klinikseelsorge: „Der gestiegene Anteil der muslimischen Bevölkerung in der Schweiz hat die Religionsministerin dazu veranlasst, für mehr Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander unter den Religionen zu sorgen." Dass muslimische Seelsorgende nun bezahlt in Krankenhäusern arbeiten können, ist für sie ein wichtiger Fortschritt. Imam Begovic stellt fest: „Den interreligiösen Dialog gibt es schließlich, solange es religiöse Vielfalt gibt. Die Zusammenarbeit hat keinen bestimmten Auslöser, sondern ist unsere Antwort auf gesellschaftliche Entwicklungen." Dass das Projekt nicht nur funktioniert, sondern auch beispielgebend sein kann, liegt für beide an zwei Punkten: Unvoreingenommenheit und Offenheit dem anderen gegenüber. Entscheidend sei eine gewisse Kultursensibilität - auch im gegenseitigen Verständnis. „Wenn eine katholische Seelsorgerin mit einer muslimischen Kollegin durchs Spital geht, ist das ein sichtbares Zeichen gelebter Verständigung", sagt Begovic. Zgraggen sieht es ähnlich. Die Erzählungen aus Bibel und Koran könnten trösten - und einen Dialog eröffnen. „Ich dachte, wir seien als christliche Seelsorge gut genug aufgestellt und ziehen andere Religionen nur bei explizitem Bedarf heran. Heute weiß ich: Die muslimischen Kollegen sind eine echte Bereicherung." (domradio.de v. 13. 10.)

In Zagreb haben sich der Apostolische Nuntius und der Großmufti von Kroatien getroffen. Erzbischof Giorgio Lingua, hat den Großmufti und Präsidenten der islamischen Gemeinschaft Kroatiens, Azis Hasanovic, in der Bibliothek des Islamischen Zentrums von Zagreb getroffen. Im Mittelpunkt stand die Fortsetzung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Christentum und Islam. Anlass war die bevorstehende Konferenz im Vatikan zum 60. Jahrestag des Zweiten Vatikanischen Konzils und der Erklärung „Nostra Aetate“. Sie gilt als Wendepunkt im christlich-islamischen Verhältnis. Bereits in der Vorwoche hatte der Nuntius das Heiligtum des heiligen Simeon in Zadar besucht. (vn v. 14. 10.)

In Deutschland gibt es jetzt 28 Weltethos-Schulen für Frieden zwischen den Religionen. Der römisch-katholische Theologe Hans Küng hat 1995 in Tübingen die Stiftung Weltethos ins Leben gerufen. Die Idee: Kein Frieden unter Staaten ohne Frieden unter Religionen. „Weltethos-Schulen“ wollen dies im Alltag umsetzen. Die Hügelschule in Tübingen ist jüngster Teil dieses bundesweiten Netzwerks geworden, wie die Stiftung Weltethos jüngst mitteilte. Die Stiftung zeichnete die Hügelschule für ihr „Engagement für Vielfalt und Zusammenhalt“ aus. „Als Grundschule in der Tübinger Südstadt mit Kindern aus mehr als 30 Nationen und einer internationalen Vorbereitungsklasse ist das Miteinander hier täglich von Respekt, Toleranz und Empathie geprägt“, hiess es. Im Religionsunterricht besuchen die Schülerinnen und Schüler Synagogen, Moscheen und Kirchen. Christliche und muslimische Lehrkräfte gestalten gemeinsame Unterrichtseinheiten und Feste, wie zum Beispiel die Nikolausfeier. Zuletzt war im September die Sternberg-Grundschule in Berlin ausgezeichnet worden. (kath.ch v. 15. 10.)

Der Jordanische König wurde von Papst Leo XIV. empfangen. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist Abdullah II. König von Jordanien. Über Inhalte des Gesprächs wurde zunächst nichts bekannt. Das jordanische Staatsoberhaupt war zuletzt im Mai 2024 im Vatikan und wurde damals noch von Papst Franziskus empfangen. Seinen ersten Besuch im Vatikan machte der muslimische Monarch im Jahr 2007. Bei dieser historischen ersten Visite eines jordanischen Königs im Vatikan war Papst Benedikt XVI. sein Gastgeber. (vn u. domradio.de v. 15. 10.)

Islamwissenschaftler plädiert in Wien für eine neue Art „abrahamitischer Theologie". Prof. Ahmad Milad Karimi, Islamwissenschaftler an der Universität Münster, war Festredner beim „Dies facultatis" an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Aus der realen Vielfalt nicht nur der religiösen Überlieferung der drei abrahamitischen Religionen, sondern auch ihrer unterschiedlichen und vielfältigen Theologien könne ein neuer interreligiöser Dialog erwachsen. Dieser soll nicht auf einer je eigenen Wahrheit beharren. Er soll sich „vom Glauben des anderen erschüttern und befragen“ lassen, so Karimi. Ihn als Muslim ergreife etwa bei einer Betrachtung des Kreuzes eine tiefe Erschütterung: „Ich stehe da vor dem Kreuz und kann keinen Schritt weiter. Im Gekreuzigten sehe ich mich widergespiegelt. Ich bin erschüttert - und kann es gleichzeitig nicht glauben." Die Glaubensüberzeugung des Anderen - in dem Fall der Christen - führe ihn so näher an das Geheimnis der Vielfalt und alles übersteigenden Größe Gottes heran. „Fremdheit ist kein Hindernis, sondern eine Gabe, die vor der Versuchung schützt, Gott in eigenen Bildern und Vorstellungen einzuschließen." Im interreligiösen Dialog müsse es darum gehen, „Differenzen als Anfragen zu hören, in deren Spannung die Schönheit der anderen und der eigenen Religion aufleuchtet.“ Ie Vizerektorin Christa Schnabl würdigte die organisatorische Angliederung des Instituts für Islamische Studien an die Katholisch-Theologische Fakultät. Dies sei entgegen nicht weniger kritischer Stimmen gelungen. Die Kooperation würde nicht nur in Studium, Forschung und Lehre fruchtbar sein, sondern man hoffe damit auch, den Religionsdialog zu stärken. (kap v. 16. 10.)

Papst Leo XIV. empfing den muslimischen Präsidenten des Tschad. Der Präsident Mahamat Idriss Déby Itno sprach mit dem Papst über die „Bedeutung des friedlichen Zusammenlebens der Religionen und die Förderung des Friedens. Das Land gehört mit seinen Nachbarländern Sudan und Zentralafrikanische Republik zu den ärmsten der Erde. Religionspolitisch dominieren im Norden die Muslime, während der Süden stärker christlich geprägt ist. (kap v. 16. 10.)

Der Vatikan gratuliert den Hindus zum Lichterfest Diwali. „Möge dieses Lichterfest ihr Leben erhellen und ihren Familien und Gemeinschaften Glück, Einheit und Frieden bringen", schreibt Kardinal George Jacob Koovakad, Leiter der Vatikanbehörde für interreligiösen Dialog, in einer Botschaft. Interreligiöses Verständnis und Zusammenarbeit müssten einen Platz im täglichen Leben der Menschen haben. Seit der „bahnbrechenden" Konzils-Erklärung „Nostra aetate" (1965) seien zwar große Fortschritte erzielt worden, doch es bleibe noch viel zu tun. „Der interreligiöse Dialog muss weiterhin die Saat der Einheit und Harmonie säen und zu einem Leuchtfeuer der Hoffnung für alle werden." Er ruft dazu auf, das Engagement für die Förderung des interreligiösen Dialogs als Weg zum Frieden zu erneuern. Die Hindus bilden nach Christen und Muslimen die drittgrößte Religionsgemeinschaft der Welt. (kap v. 16. 10.)

Die Israelitische Kultusgemeinde und die Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich gratulieren dem neuen Wiener Erzbischof. „Herzliche Gratulation und beste Wünsche" kamen etwa vom Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch: „Wir freuen uns auf die Fortführung der Zusammenarbeit wie mit den sehr geschätzten Vorgängern Kardinal Christoph Schönborn und Kardinal Franz König", ließ Deutsch via X wissen. Auch Präsident Ümit Vural namens der IGGÖ gratulierte: „Wir wünschen ihm Weisheit, Kraft und Gottes Segen für seine neue Aufgabe und Verantwortung. Möge sein Wirken dazu beitragen, dass Verständnis, Respekt und Zusammenhalt in unserem Land wachsen und der interreligiöse Dialog in Österreich weiter gestärkt wird." (kap v. 17. 10.)

In Teheran ist eine neue U-Bahn-Station der „Heiligen Maria“ gewidmet worden. Die Gestaltung vereine islamische und christliche Symbole und stehe für ein friedliches Zusammenleben der Religionen, meldeten der Pressedienst Fides und „Vatican News". Der Beschluss zur Benennung der Station „Heilige Maria" geht auf einen Vorschlag der Stadtverwaltung zurück. Die Haltestelle liegt in der Nähe zur Kathedralkirche St. Sarkis, dem größten christliche Gotteshaus in Teheran und kulturellen Zentrum der armenischen Gemeinde. Der römisch-katholische Erzbischof von Teheran-Isfahan, Dominique Joseph Mathieu, lobte die Entscheidung. Damit spiegle sich das religiös vielfältige Stadtbild auch in der Station wider, erklärte Mathieu. Ähnlich wie im Christentum wird Maria auch in der islamischen Tradition verehrt. Maria steht als Statue am Eingang des Bauwerks. Die ihr zugeschriebene Farbe Hellblau wurde in der Architektur und Gestaltung aufgegriffen. Auch zeigen Reliefs an den Wänden die armenisch-apostolische Kathedrale und eine Moschee als Symbol des kulturellen Zusammenlebens. Zudem wurden Suren aus dem Koran über Maria in die Architektur eingearbeitet. (kap u. vn u. viele Medien v. 23. 10.)

Papst Leo XIV. empfängt den Regierungschef des Libanon. Bei dem Treffen mit den libanesischen Ministerpräsidenten Nawaf Salam und dessen Stellvertreter Tarek Mitri ging es u. a. um die Hoffnungen des libanesischen Volks in den Stabilisierungsprozess sowie um eine vollständige Befriedung der gesamten Region, teilte der Vatikan mit. Während der „herzlichen Gespräche" im Staatssekretariat mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Erzbischof Paul Richard Gallagher, dem Vatikanischen Außenminister, hätten beide Seiten die guten bilateralen Beziehungen betont und die gemeinsame Erwartung für die kommende Apostolische Reise des Papstes in den Libanon (vom 30. November bis 2. Dezember) zum Ausdruck gebracht. (kap v. 25. 10.)

Ein Wiener Professor für Islamische Theologie zieht eine positive Zwischenbilanz nach einem Jahr Islamische Studien. Vor einem Jahr ist das Institut für Islamisch-Theologische Studien ein Teil der Wiener Katholisch-Theologischen Fakultät geworden. Dazu der dort lehrende islamische Theologe Prof. Tugrul Kurt: „Was auf dem Papier wie ein administrativer Schritt erscheint, hat sich in der Praxis als ein hochdifferenziertes Experiment theologischer Pluralität erwiesen", hält Kurt in einem Beitrag auf communio.de fest. Ein solcher Prozess „erfordert eine neue Haltung zur Differenz: keine vorschnelle Einigung, keine harmonisierende Flucht in ‚das Gemeinsame', sondern die Bereitschaft, Differenz, als Herausforderung, als Zumutung und auch als Lernort, theologisch ernst zu nehmen." Im interreligiösen Raum bedeute dies, das Eigene im Angesicht des „Anderen" neu zu denken - nicht durch Vereinnahmung, sondern durch wechselseitige Fragwürdigkeit. In den religionsübergreifenden Lehrangeboten werde erlebbar, „dass Differenz zwischen den Offenbarungslogiken nicht nivelliert, sondern durchdrungen werden kann: durch eine Haltung, die sich ihrer eigenen Voraussetzungen bewusst ist und die Differenz nicht als Defizit, sondern als geistige Ressource versteht." Was sich an der Wiener Theologischen Fakultät entwickle, sei „eine offene Bewegung - getragen vom Versuch, Pluralität nicht als Belastung, sondern als geistige Möglichkeit zu verstehen. Weil man verschieden glauben kann, ohne sich zu verlieren. Weil man streiten kann, ohne sich zu entzweien.“ (kap v. 28. 10.)

Eine interreligiöse Konferenz ruft die Religionen zu einem stärkeren Einsatz für Frieden auf. „Die Weltreligionen können im Tiefsten Quellen des Friedens sein", sagte der Münchner Kardinal Reinhard Marx im Aachener Rathaus. An der Konferenz nahmen neben Marx auch der Vorsitzende der Europäischen Rabbinerkonferenz, Pinchas Goldschmidt, und der islamische Theologe Mouhanad Khorchide von der Universität Münster teil. Eingeladen hatten die Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen und die Europäische Stiftung Aachener Dom. Goldschmidt warnte vor wachsendem Antisemitismus: „Es gibt keinen heiligen Krieg, sondern nur einen heiligen Frieden". Khorchide hob hervor: Die Herausforderung bestehe in den Fragen, welcher Islam zu Europa gehöre und inwiefern freiheitliche Werte zum Islam gehörten. Marx warnte vor einer Vermischung von Religion und Politik. Gott sei kein nationaler oder Kriegsgott, sondern der Gott aller Menschen. Religion müsse die Menschheit aufrichten, nicht spalten. (domradio.de v. 30. 10.)

Österreichweite Fortbildung von IGGÖ und KPH Wien/NÖ soll Jugendliche vor extremistischer Online-Propaganda schützen. „Lehrkräfte werden für die zunehmende Radikalisierungsgefahr im digitalen Raum sensibilisiert, um im Unterricht präventiv zu wirken", erklärte KPH-Rektorin Ulrike Greiner den Zugang der Kooperation. Vortragende waren der Politik- und Islamwissenschaftler Nadim Mazarweh, Fachinspektor und Leiter der Extremismuspräventionsstelle bei der IGGÖ, sowie der Islamische Religionspädagoge Ramazan Demir, Hochschuldozent an der KPH Wien/NÖ. „Viele Erwachsene kennen die digitale Lebenswelt Jugendlicher kaum. Genau dort setzen Extremisten an", warnte Demir. Extremisten behaupten, Demokratie und Islam seien unvereinbar und Muslime würden in Europa nicht dazugehören. Genau hier setze auch der Islamische Religionsunterricht an: Er stärke die Vereinbarkeit von Demokratie und Islam und fördere die österreichisch-muslimische Identität. Mazarweh nannte den Religionsunterricht einen „entscheidenden Präventionsraum": Lehrkräfte könnten in diesem Rahmen Orientierung, Reflexionsfähigkeit und Selbstbestimmung fördern. Gemeinsam mit den Lehrpersonen wurden Radikalisierungsindikatoren sowie mögliche Gegenmaßnahmen erörtert. In einer Aussendung der IGGÖ appellierte Präsident Ümit Vural an die Politik und die Verantwortlichen der Plattform TikTok, extremistische Inhalte umgehend zu entfernen. (kap v. 30. 10)