In Jerusalem haben Papst Franziskus und das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., zu neuem Elan auf dem Weg zur Kircheneinheit aufgerufen.

Die katholische und die orthodoxe Kirche wollen einander als „Glieder ein und derselben christlichen Familie betrachten“, heißt es in einer am 25. Mai von beiden unterzeichneten „Gemeinsamen Ökumenischen Erklärung“. Durch die gegenseitige Liebe soll möglich werden, dass „wir unseren Glauben an dasselbe Evangelium Christi bekennen können, wie er von den Aposteln empfangen und von den Ökumenischen Konzilien und den Kirchenvätern formuliert und an uns weitergegeben wurde“. Im Anschluss an die Unterzeichnung wurde ein ökumenisches Gebet in der Jerusalemer Grabeskirche abgehalten, der auch folgende Persönlichkeiten beiwohnten: der örtliche lateinische Patriarch und zahlreiche ranghohe Geistliche der in Jerusalem vertretenen nichtkatholischen Kirchen. Auch der argentinische Rabbiner Abraham Skorka nahm an der Feier teil. Bartholomaios I. rief zur Überwindung von Vorurteilen und Ängsten im Umgang mit Angehörigen anderer christlichen Konfessionen und Religionen auf. Mit Blick auf die Meinungsverschiedenheiten über das Papstamt sagte Franziskus, er wünsche einen Dialog darüber, wie der besondere Dienst des Bischofs von Rom so ausgeübt werden könne, dass er von allen anerkannt werde und sich „seiner Sendung entsprechend einer neuen Situation“ öffne. (Kathweb/KAP v. 25. 5.; Die Furche v. 28. 5.)

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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