Papst Franziskus hat der lesbischen Autorin Francesca Pardi, die wegen ihrer Bücher über alternative Familienmodelle heftig angefeindet wird, Segenswünsche übermitteln lassen und eine „fruchtbare Arbeit“ gewünscht.

Der Vatikan habe ihr auf ein Schreiben vom Juni, in dem es um das Verbot ihrer Bücher in Venedigs Schulen ging, mit „Respekt und Würde“ geantwortet, sagte die Pardi am 28. August der Nachrichtenagentur AFP. In den von Pardi verlegten Büchern (z. B. „Warum Du zwei Mütter hast“) geht es um verschiedene Familienmodelle. Pardi selbst hat vier Kinder und ließ sich in Spanien mit ihrer Partnerin trauen. Der neue Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, ließ einen Teil von Pardis Bücher aus den Schulen der Stadt entfernen. Auch erhielt die Autorin verletzende Zuschriften von einer christlichen Organisation. Im Juni schickte Pardi das diskreditierende Material einschließlich Familienfotos an den Papst. Zum Brief vom Papst sagte Pardi: Es ist wichtig zu merken, „dass wir nicht vor einer Mauer stehen“. Das Schreiben zeige, dass „Dialog möglich ist“. Bücher seien zum Öffnen, Lesen und Kritisieren da, „nicht zum Verbieten“. (religion.ORF.at vom 29. 8.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

Artikelempfehlungen

Die „am meisten bedrohte Glaubensgemeinschaft in der Welt von heute ist das Christentum“, schreibt der Vorsteher der...
„In der Kirche gibt es welche, die anstatt zu dienen und an andere zu denken, sich an der Kirche bereichern: die...