Keine zweite Amtszeit für DBK-Vorsitzenden Bätzing!

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Georg Bätzing kandidiert nicht für eine zweite Amtszeit

Georg Bätzing, Bischof von Limburg und als solcher schweres Erbe gewöhnt, hat die Leitung der Deutschen Bischofskonferenz 2020 in turbulenter Zeit von Kardinal Reinhard Marx übernommen. Auch Marx hatte seinerzeit nicht für eine zweite Amtszeit kandidiert. Nun tut es ihm Bätzing gleich und erklärt ein Monat vor der Vollversammlung der Bischofskonferenz seinen Rückzug von der Spitze der bischöflichen Versammlung.

Wie schon Marx damals darf auch Bätzing erhobenen Hauptes gehen. Seine Zeit als DBK-Vorsitzender war geprägt von intensivem Ringen um einen guten Weg für die katholische Kirche in Deutschland, das sich insbesondere im sogenannten Synodalen Weg niederschlug. Ehrlichkeit und Kritikfähigkeit, v.a. auch das Bemühen um Augenhöhe und um einen guten Draht zum Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), waren ihm wichtig. Dementsprechend sah sich Bätzing oft in der Kritik konservativer Stimmen, die durch zuviel Miteinander und Augenhöhe die hierarchische Struktur der Kirche gefährdet sehen. Dass sich unter diese Stimmen auch einige wenige von Bätzings Amtskollegen mengten, machte die Sache für ihn nicht einfach.

Bätzings Einsatz ist Respekt zu zollen. Ebenso aber auch seiner Entscheidung, das höchste Amt niederzulegen. Er macht damit deutlich: Er ist kein Sesselkleber, kein Karrierist. Er hat der Kirche in Deutschland in schwieriger Zeit auf höchster Ebene gedient und hofft nun offensichtlich, dass ein anderer das Werk mit neuer Energie forzuführen vermag. Da auch Nikola Eterović, der Apostolische Nuntius in Deutschland, mit dem Bätzing manchen Strauß auszufechten hatte, demnächst (altersbedingt) abtreten wird, sind damit vielleicht auch Chancen verbunden.

Harald Prinz

Foto: H. Opitz