Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am 28. 1. 2026 in der St. Paul´s Cathedral in London wurde Sarah Mullaly als neues Oberhaupt der Church of England bestätigt; ihre Wahl zur Erzbischöfin von Canterbury, die schon im Oktober erfolgte, fand große Aufmerksamkeit, weil sie – „der“ 106. Erzbischof von Canterbury - die erste Frau in dieser Position ist. Aber erst im März wird sie bei einem feierlichen Gottesdienst den Kathedralsitz von Canterbury in Besitz nehmen.
Die Mutter zweier Kinder, die ursprünglich in der Krankenpflege arbeitete, wurde im Jahr 2002 zur anglikanischen Priesterin geweiht. Damals war es gerade einmal zehn Jahre her, dass sich die Generalsynode der Church of England mit knapper Mehrheit für die Zulassung von Frauen zu Priesteramt entschieden hatte. 2014 erfolgte mit der Zulassung von Frauen zum Bischofsamt der nächste Schritt, 2026 steht nun erstmals eine Frau an der Spitze der Church of England.
Die Gleichberechtigung von Frauen im Hinblick auf die Weiheämter zu erreichen war für die Church of England zweifellos ein schwieriger Weg. Heute aber stellen die Frauen in der Church of England bereits ein Drittel aller Geistlichen. Man könnte durchaus auch sagen: Die anglikanische Kirche ist mit Erfolg einen Weg gegangen, den die katholische Kirche immer noch fürchtet.
Roman Fürst
Foto: Brendan Foster