Am 3. Februar 2026 forderte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Ettore Balestrero, vor dem Leitungsgremium der Weltgesundheitsorganisation WHO, die spirituelle Dimension des Menschen bei der psychischen Gesundheitsversorgung stärker in den Blick zu nehmen. Er wies darauf hin, dass Spiritualität Lebenssinn vermitteln könne und sprach von einem "Narrativ der Hoffnung"; außerdem fördere spirituelle Begleitung die Achtung vor dem Geschenk des Lebens und der gottgegebenen Würde jedes Menschen.
"Wir Sind Kirche Deutschland" anerkennt zwar die grundsätzliche Richtigkeit dieses Aufrufs, weist aber ergänzend darauf hin, dass spirituelle Begleitung schon oft schon zu Spirituellem Missbrauch geführt hat und dass es wichtig ist, auch dieser Gefahr klar und deutlich ins Auge zu blicken. Auch in der Katholischen Kirche wurde spiritueller Missbrauch lange nicht als solcher erkannt bzw. nicht selten auch vertuscht. Häufig bringt spiritueller Missbrauch statt mündiger Christ:innen unterwürfige sowie autoritäre Charaktere hervor und führt zu Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Leibfeindlichkeit sowie weiteren Formen des Missbrauchs.
Wenn das Ziel christlicher Spiritualität nach Erzbischof Balestrero wirklich sein soll, dass sich die Menschen als von Gott geliebt und gewollt verstehen können, muss das auch so umgesetzt werden und damit jeder Form des Missbrauchs schon in den Anfängen begegnet werden!