Es gibt bei so vielen schlimmen Dingen irgendwo auch immer eine gute Seite. So sehe ich zum Beispiel neben der ermüdenden Reformresistenz großer Teile unserer Kirchenleitung auch eine Entwicklung, die Hoffnung gibt. „Das Kirchenvolk“ (vom Griechischen laos), schließt sich zusammen, immer öfter, immer mehr. Selbständig und eigenverantwortlich, auch ganz ohne Auftrag und Begleitung der Kirchenleitung.
Die Beispiele dafür häufen sich. Auf zwei aktuelle möchte ich hinweisen:
Vor kurzem erhielt ich eine Einladung zu einem Webinar des Council of Australasian Catholics (CAC). Acht verschiedene Gruppierungen nehmen daran teil. Da gibt es eine neuseeländische Gruppe, (Rongopai Eucharistic Community), die sich wöchentlich trifft; ein internationals Netzwerk Kleiner Christlicher Gemeinschaften (Teams of Our Lady), die St Vincent de Paul Society, die sich insbesondere durch Konferenzen in kleinen Gruppen auszeichnet, und eine in Brisbane ansässige Gruppe, die sich über das Internet über Spiritualität austauscht (St Lucia Spirituality). Mit dabei ist auch Catalyst For Renewal, eine in Sydney ansässige Gruppe, die sich sowohl im persönlichen Austausch als auch im Internet mit verschiedenen Themen auseinandersetzt, und interessanterweise die Association of Ministerial Public Juridic Persons (AMPJP), Dachorganisation für Australische MPJPs, das ist eine ministerielle juristische Person des öffentlichen Rechts, eine kanonische Rechtsform in der katholischen Kirche, die zur Leitung von Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern dient. Sie alle sind an einer Reform der katholischen Kirche interessiert und stützen ihren Glauben durch die Gemeinschaft, in der sie sich engagieren.
Das zweite Beispiel kommt aus größerer Nähe. Es gibt ein italienisches „Synodales Netzwerk“, bei dem sich Ende Oktober 2026 verschiedene „Laien“-Gruppierungen (über 180 Menschen) in Frascati bei Rom treffen. Da werden wir zu acht von We-are-Church-International auch dabei sein, gemeinsam mit unseren Leuten von Noi siamo Chiesa. Dort geht es um Ökumene (eucharistische Gastfreundschaft), um Liturgie (Brotbrechen in christlichen Basisgemeinden), um die Organisation und Leitung von Pfarreien, um von Laien geführte Gemeinschaften, es geht um Frieden, um Anerkennung der queeren Menschen und um Migrant:innen … alles Themen, die uns die Nachfolge Jesu aufträgt.
Mir kommt das alte Lied in den Sinn: „Schließ uns zusammen, Gott, schließ uns zusammen mit deinen Banden der Liebe…!“. Das passiert gerade und in vielen Weltgegenden. Wir können Hoffnung haben. Auch wenn die Hunde bellen, zieht die Karawane weiter. Wir sind Kirche.
Martha Heizer, 27.9.2026
