In Enns ist die Fronleichnamsfeier traditionell so etwas wie ein Revival der Erstkommunion: Die Erstkommunionkinder sind eingeladen, in ihrem Festtagsgewand mitzufeiern und sich gemeinsam mit ihren Religionslehrkräften in den Gottesdienst einzubringen: Da ein Lied, dort ein Tanz. Ein gutes Miteinander von Kindern und Erwachsenen.
Doch wie soll man es mit der Predigt halten? Vor dieser schwierigen Frage steht man allerorten, wo man Kinder in einem Erwachsenengottesdienst gut berücksichtigen will. Beim Fronleichnamsfest 2026 wog diese Frage besonders schwer: Die von der kirchlichen Leseordnung her vorgeschlagene Evangelienstelle Joh 6,51-58 ist schwere Kost. Es ist schon herausfordernd, sie erwachsenen Christinnen und Christen gut verständlich zu machen. Was aber, wenn da eine Reihe von achtjährigen Erstkommunionkindern vor dem Altar sitzt und der Gottesdienst für sie und ihre Begleitpersonen zur Geduldsprobe wird?
In Enns fand man für die Fronleichnamsprozession 2026 einen kreativen Weg: Kaum war das Evangelium verkündet, machten sich die Erstkommunionkinder in Begleitung ihrer Religionslehrerin und eines Seelsorgers zur ersten Station auf, um den Weg dorthin mit Straßenmalkreiden zu verschönern. Vor dem ersten Prozessionsaltar entstand auf diese Weise ein Blumenteppich der besonderen Art: In allen möglichen Farben wurden Blumen und Blüten gezeichnet und beim Vater-unser war man dann wieder in der Gottesdienstgemeinschaft zurück.
Die Kinder hatten Bewegung und Freude - und die Erwachsenen die gute Möglichkeit, der Predigt in Stille und Aufmerksamkeit zu folgen.