Das "Geistliche Wort" der Frühlingsausgabe stammt von Gabriele Eder-Cakl, seit 2023 Direktorin des Österreichischen Pastoralinstituts. Sie widmet sich darin dem Thema der gemeinsamen Taufwürde, erinnert dabei an das Zweite Vatikanische Konzil ("Wir sind als Kirche alle zusammen Zeichen und Werkzeug der Liebe Christi - wir sind nicht Christus selbst, wir verweisen auf ihn ..."), erinnert aber auch an den weltweiten Synodalen Prozess, bei dem aus der ganzen Welt das Thema der Würde, Gleichberechtigung und Wertschätzung von Frauen" eingebracht wurde und der im Schlussdokument der Weltsynode zu dem Satz geführt habe "Es gibt nichts Höheres als die Taufwürde".
Eder-Cakls Folgerung: "700 Millionen Katholikinnen können nichts dafür, dass sie als Frauen geboren wurden. Sie sind getauft, berufen und befähigt, die Liebe Christi weiterzugeben. Sie folgen gerne Christus nach. Frauen sind mindestens die Hälfte des Gottesvolkes in einer synodalen Kirche. Deshalb brauchen sie als Getaufte auch die sakramentale Bestärkung für ihr Tun. Also: Sieben Sakramente für alle."
Auf den Folgeseiten interviewt Ines Schaupp-Steinhäusl, Referentin für Mesner:innen im Fachbereich Liturgie der Diözese Linz, eine ehrenamtlich tätige Mesnerin: Ines Rinner, im Hauptberuf Elementarpädagogin, ist seit vielen Jahren Mesnerin in einer der historisch bedeutendsten Kirchen Österreichs, der Basilika St. Laurenz in Enns. Auch ihre Worte sind von Klarheit geprägt:
- "Frauen können in der Kirche nur etwas verändern, wenn sie sich aktiv beteiligen. Deshalb ist mir die Arbeit als Mesnerin ein Herzensanliegen."
- "Ich wünsche mir die vollständige Gleichstellung von Männern und Frauen in der Katholischen Kirche sowie gleiche Chancen für alle Menschen, die die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen - in allen Bereichen und Funktionen."
- "Gleichberechtigung ist für mich eine grundlegende Haltung."
Ines Rinner tritt für eine Gemeinschaft der Christinnen und Christen ein, die keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern macht, sondern sich an Vielfalt erfreut. Die Zeitschrift der österreichischen Mesnerinnen und Mesner hat ihr Plädoyer nun weit ins Land hinausgetragen.
Foto: Diözese Linz / Laurenz Kaiser