Ökumene

Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx begrüßt die Veröffentlichung des zweiten Teils der päpstlichen Enzyklika „Laudato si" mit dem Titel „Laudate Deum. Bei einem Gottesdienst im Rahmen der ökumenischen Schöpfungszeit“ hielt er eine Dialogpredigt mit Bayerns evangelischem Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Beide betonten in ihren Predigten die Verantwortung des Menschen für die nicht-menschliche Natur und die Gefahren der Klimakatastrophe. Landesbischof Bedford-Strohm wies darauf hin, dass die Bibel zu lange als Legitimation gedient habe, um die Natur auszubeuten: „Machet die Erde untertan, das hat man verstanden als Ausbeutung. Aber der Herrscher des Alten Testaments ist kein Ausbeuter. Er ist ein Herrscher, der sich kümmert, um die Armen und die Schwachen." (kna v. 2. 10.)

Der Kärntner Bischof Josef Marketz und Superintendent Manfred Sauer heuer den ökumenischen Gottesdienst zur traditionellen Maturawallfahrt in Maria Saal gefeiert. Bischof Marketz erinnerte die 600 angehenden Maturantinnen und Maturanten: „Gott liebt euch und wird euch immer lieben, vor aller Leistung und trotz aller Schuld". Superintendent Sauer wünschte den Maturantinnen und Maturanten „Hoffnung und Leidenschaft für dieses letzte Schuljahr und die Herausforderungen, vor denen wir stehen." (kap v. 2. 10.)

Mit einem ökumenischen Gottesdienst starten die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Hamburg. Die Predigten in der Hauptkirche Sankt Michaelis halten Erzbischof Stefan Heße und die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs. Verantwortlich für den Gottesdienst ist die AG Christlicher Kirchen Hamburg, das Erzbistum Hamburg sowie die evangelische Nordkirche. Neben offiziellen Programmpunkten ist ein Bürgerfest geplant. Das Motto des Gottesdienstes heißt „Ein Strom lebendigen Wassers" und beziehe sich auf einen Strom, der einen solle, was trennt, und zugleich Quelle der Kraft und des Zusammenhalts sein soll. (domradio.de v. 3. 10.)

Eine versöhnliche Begegnung zweier orthodoxer Patriarchen: Erzbischof Hieronymos II., Oberhaupt der Orthodoxen Kirche Griechenlands, hat an seinem Amtssitz in Athen den Katholikos-Patriarch Mar Awa III., das Oberhaupt der Assyrischen Kirche des Ostens, empfangen, wie der „Pro Oriente“-Dienst mitteilte. Während die Assyrische Kirche mit der römisch-katholischen Kirche seit vielen Jahren einen ökumenischen Dialog führt, ist die Annäherung zwischen Assyrern und Orthodoxie erst in den letzten Jahren verstärkt angelaufen. Mar Awa hob bei seinem Besuch in Athen hervor, dass beide Kirchen wesentlich mehr verbinde, als sie trenne. Erzbischof Hieronymos betonte, dass die gegenwärtigen Herausforderungen weltweit eine stärkere Öffnung der Kirche zur Welt erforderten. Die Kirchen müssten nahe bei den Menschen und ihren Problemen sein. Assyrische Pfarren gibt es in Athen und Thessaloniki. Die Assyrische Kirche in Griechenland ist Teil der assyrischen Diözese Westeuropa, zu der auch die Assyrische Kirche in Österreich gehört und hat seinen Sitz in London. Patriarch Mar Awa III. gilt als ökumenisch sehr aufgeschlossen. Bei seinem jüngsten Besuch in Schweden ließ er es sich nicht nehmen, über die eigenen Gemeinden hinaus dem griechisch-orthodoxen Metropoliten von Skandinavien, Kleopas (Strongylis), einen Besuch abzustatten. Er hob dabei die Bedeutung des Dialogs seiner Kirche mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel hervor. (kap u. vn [=Vatican News] v. 7. 10.)

In der Wiener Mechitaristenkirche wird am 14. Oktober für die aus Berg-Karabach vertriebenen Armenier gebetet. Nach der jüngsten Rückeroberung Berg-Karabachs durch Aserbaidschan sind fast die gesamte Bevölkerung aus ihrer Heimat geflohen. Das Gebet um Frieden gilt auch für den Nahen Osten. Dem Gebet werden u. a. der Wiener Weihbischof Franz Scharl, der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan und P. Vahan Hovagimian von den Mechitaristen vorstehen. Die zum Wiener Mechitaristen-Kloster gehörende Kirche Maria Schutz ist seit 1811 das geistliche Zentrum der katholischen Armenier Wiens. Der armenisch-katholische Mechitaristenorden wurde 1701 von Mechitar von Sebaste in Konstantinopel gegründet. Nach Schätzungen zählt die armenisch-katholische Gemeinde in Österreich ca. 500 Mitglieder. (kap v. 10. 10.)

Die neue Bischöfin der Altkatholischen Kirche in Österreich, Maria Kubin, ist in Wien mit dem lutherischen Bischof Michael Chalupka zusammengetroffen. Das Gespräch berichtete der evangelische Pressedienst epdÖ. Chalupka zeigte sich „erfreut über die erste intensive Begegnung". Dass die Weihe der Bischöfin in der evangelischen Kirche in Wien-Gumpendorf stattfinden konnte, habe er als „große Ehre" erlebt, Kubin drückte umgekehrt ihren Dank für die Gastfreundschaft aus. Einig waren sich beide darüber, dass es „beim Thema Kirche nicht um die Zahl der Mitglieder geht, sondern jede Kirche für sich ganz Kirche und Teil des Leibes Christi ist", so der lutherische Bischof. Thema war auch das ökumenische Miteinander beider Kirchen, „wie weit etwa in Zukunft eine verstärkte Kooperation im Bereich des Religionsunterrichts denkbar ist", erklärte Chalupka. Weitere Themen waren u. a. der Gaza-Konflikt, die Bewahrung der Schöpfung" und die schwierige Situation im Nahen Osten, das Leid der Betroffenen und die Möglichkeiten von Hilfsangeboten, unterstrich die altkatholische Bischöfin. (kap. v. 18. 10.)

Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, reiste nach Jerusalem zu einem Solidaritätsbesuch. Dort wird das Oberhaupt der Anglikanischen Weltgemeinschaft mit Vertretern der Ortskirchen an einem Friedensgebet in der anglikanischen Sankt-Georgs-Kathedrale teilnehmen, wie das Lateinische Patriarchat von Jerusalem mitteilte. Welby stattete dem griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theophilos III., einen Kondolenzbesuch ab. Gemeinsam habe man auf dem Kalvarienberg in der Grabeskirche für die Opfer des Gaza-Kriegs gebetet. (kap v. 20. 10.)

Im Schatten des Nahost-Krieges ist es zu einer Annäherung zweier zerstrittenen griechisch-orthodoxen Patriarchen gekommen: Johannes X. Yazigi von Antiochien und Theophilos III. von Jerusalem. Angesichts der Umstände wolle man die abgebrochenen kirchlichen Beziehungen wiederaufnehmen, teilte die Leitung der Kirche von Antiochien aus dem libanesischen Kloster Balamand mit. Die Heilige Synode des Patriarchats von Antiochien rief alle Pfarreien zum Gebet für das palästinensische Volk auf. Ferner werde eine Delegation der Kirche nach Amman in Jordanien reisen, um dort Patriarch Theophilos III. von Jerusalem eine Geste der Solidarität zu übermitteln. Die Kirche von Antiochien hatte 2015 die Gemeinschaft mit Jerusalem für beendet erklärt. Hintergrund war ein Streit um eine Diözese in Katar, die 2013 vom Patriarchat von Jerusalem für orthodoxe palästinensische Gläubige in dem Emirat eingerichtet worden war. In der Erklärung wird betont, die Katar-Frage sei trotz der Wiederaufnahme der Beziehungen weiterhin ungelöst. (kap v. 21. 10.)

Am 31. Oktober feiert die Evangelische Kirche den Reformationstag ökumenisch. Der Direktor der Katholischen Sozialakademie, Markus Schlagnitweit, wird in der Linzer evangelischen Martin-Luther-Kirche als Gast die Predigt halten. Die Gastpredigt findet im Rahmen der Impuls-Reihe Sozialwort 20+" des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich statt. In Gottesdiensten in ganz Österreich sollen Gäste aus jeweils anderen Kirchen kurze aktuelle Impulse zu wesentlichen Themen des Sozialworts" geben bzw. auch bisher noch fehlende aktuelle Themen ansprechen. Das Projekt ist bis zur Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. bis 25. Jänner 2024) anberaumt. Der Auftakt zur Impulsreihe fand bereits Ende September in der evangelischen Christuskirche in Innsbruck statt, wo der römisch-katholische Theologe und Dekan der Innsbrucker Katholisch Theologischen Fakultät, Prof. Wilhelm Guggenberger, das Wort ergriff. Er betonte in seiner Predigt die unbedingte Verpflichtung der Christinnen und Christen zum sozialen und ökologischen Engagement, unabhängig von realistischen Erfolgsaussichten. Er zitierte einen angeblich von Martin Luther stammenden Satz: Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen." Ein Engagement, wie es das ökumenische Sozialwort" seit 20 Jahren fordert, sei für Christinnen und Christen bleibende Verpflichtung, zeigte sich der Dekan überzeugt. (kap v. 27. 10.)