"KIRCHENVOLKS-KONFERENZ 2003"
Ungehorsam als Pflicht

30.03.2003

 

Ergebnisse der 2. Kirchenvolks-Konferenz der Plattform „Wir sind Kirche“ und der Basisgemeinden im Raum Wien

 

Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen sich bei der 2. Kirchenvolks-Konferenz am 28. und 29. März in Wien für eine Kirche mit menschlichem Antlitz aus, in deren Leben Gottes Liebe sichtbar wird. Sie wollen nicht länger mit ansehen, dass sich Menschen durch rigorose Anwendung kirchlicher Vorschriften entmündigt, gekränkt, ausgegrenzt oder verletzt fühlen.
Kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Laien wie Kleriker – erleben in ihrer Arbeit immer wieder, dass das Kirchenrecht sogar als dem Evangelium widersprechend empfunden wird. Hier muss um der Menschen und um Gottes Willen rasch Abhilfe geschaffen werden, will die Kirche wieder als Hort der Menschlichkeit erfahren werden und ihr Ansehen in der Gesellschaft sowie ihre moralische Autorität nicht gänzlich verlieren [Presseaussendung]

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„Die Pflicht zum Ungehorsam“

 

Seit es die Moraltheologie gibt, gibt es auch die Frage, wie weit eine Norm oder eine sonstige Weisung verpflichtet und von welchem Punkt an ich mich darüber hinwegsetzen kann oder sogar zum Ungehorsam verpflichtet bin. Ungehorsam kann ja unter bestimmten Umständen auch zur Pflicht werden.
Ich möchte in einem 1. Punkt etwas zur Geschichte dieses Gedankens sagen. In einem 2. Punkt möchte ich auf das Problem der Gewissensbildung in diesem Zusammenhang eingehen. Ein 3. Punkt soll sich schließlich mit Loyalität und Ungehorsam in der Kirche befassen.
Impulsreferat von Univ.-Prof. Dr. Hans Rotter SJ

 

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„Heiliger Ungehorsam – um der Menschen und um Gottes Willen“

Kardinal Karl Lehmann hat in einem Vortrag über „Theologie als geistiges Abenteuer. Ihre Herausforderung in Kirche und Gesellschaft", den er am 30. September 2002 in der Katholischen Akademie in Bayern (München) gehalten hat, von einer „Zwangsläufigkeit" gesprochen, mit der es zu „Spannungen zwischen Theologie und Lehramt (kommt) und zwar insbesondere mit der in ganz anderen Kategorien denkenden römischen Kurie". Diese anderen Kategorien bestehen nicht nur (wenngleich auch) in der dort immer noch angenommenen neuscholastischen Theologie. „Römische Theologie" ist viel pluraler, als gemeinhin - aus schlichter Unkenntnis - behauptet wird. Es handelt sich um weit grundsätzlichere und tiefergreifende Denkformen und handlungsleitende Vorstellungen. Ich nenne und betone hier vor allem drei, die mir für unsere gegenwärtigen Probleme mit der Kirchenleitung ursächlich zu sein scheinen. Impulsreferat von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Langer

 

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Kritische Anmerkungen zur 2. Kirchenvolks-Konferenz

Die 2. Kirchenvolks-Konferenz zum Thema „Ungehorsam – Dienst an der Kirche?!“ war eine gelungene Veranstaltung. Etwa zweihundert Teilnehmer, ausgezeichnete Referenten, engagierte Gespräche und vor allem: ein gutes Klima, eine gute Stimmung. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass der bei der Aktion der "Plattform" auf dem Wiener Stephansplatz im Juni 2000 geprägte Slogan "Der Senf geht nicht mehr in die Tube zurück!" seine Berechtigung hatte: Der Impuls des Kirchenvolks-Begehrens, seine Anregungen für die dringend notwendige Erneuerung der Kirche in Struktur und geistiger Ausrichtung würden nicht mehr verloren gehen.   Dr. Hartwin Schmidtmayr [Kritische Anmerkungen]

 

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Die Wiege der Jugend
Gedanken eines jugendlichen Teilnehmers über das Gespräch in der Gruppe „Jugend“

 

In unserer heutigen kritischen, medial durchwachsenen Welt der unzählbaren Argumente und Gegenargumente, in einer Welt des Überangebots an Aktivitäten, vermeintlichen Möglichkeiten und Chancen, wird der Jugendliche vor die Aufgabe gestellt sich selbst zu entwickeln und in der Erwachsenengesellschaft zu behaupten. Was das konkret bedeutet und welche Hilfestellung ihm Gesellschaft und Kirche geben können, soll Gegenstand dieser Abhandlung sein. [Die Wiege der Jugend]

 

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Berichte aus den Arbeitskreisen

Geschieden Wiederverheiratete
 Gottesdienstgestaltung
 Krankenhausseelsorge
 Sexualität

 

 

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