Die Synode im Bistum Trier hat ein umfassendes Reformpaket auf den Weg gebracht.

Nach fast zweieinhalb Jahren Beratungen verabschiedete das Gremium ein Schlussdokument. Von 231 Delegierten stimmten mit 212 gut 90 Prozent dafür, 19 waren dagegen. „Für die nächsten Jahre ist das der Fahrplan, der umgesetzt wird“. Nun gelte es, das Dokument mit Leben zu erfüllen, sagte Trierer Bischof Stephan Ackermann beim Abschlussgottesdienst am 1. Mai im Trierer Dom. Nicht alle kirchlichen Aufgaben könnten künftig „wie bisher weitergeführt werden“, heißt es in dem rund 40 Seiten dicken Papier. Die Kirche müsse sich auch verabschieden von der Vorstellung, „dass Gottesdienste nur dann ordnungsgemäße und gute Gottesdienste wären, wenn ihnen ein Priester oder Diakon vorsteht.“ Die Arbeit von Laien und Ehrenamtlichen soll gestärkt werden. Sonntags soll es auch Wort-Gottes-Feiern geben, die vermehrt von Laien geleitet werden. In einen erweiterten Familienbegriff werden Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Paare und Wiederverheiratete aufgenommen. Für Wiederverheiratete soll eine „Handreichung mit Ritualen und Gebeten“ erarbeitet werden. Mit Homosexuellen ist „ein kontinuierlicher Dialog“ zu suchen. (dpa und http://www.welt.de vom 1. 5. KNA vom 2. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • In Myanmar haben die christlichen Gemeinden zum ersten Mal seit 50 Jahren Weihnachten auf den Straßen der Metropole Rangun gefeiert. Mehrere Liturgien, Feste und Prozessionen fanden statt. Der Anteil der Christen in dem mehrheitlich buddhistischen Land beträgt knapp sechs Prozent. (JA v. 14. 1.)

     

  • Der Vatikan ehrt in diesem Jahr eine Theologin des 18. Jahrhunderts mit einer Briefmarke. Das geht aus dem Programm des vatikanischen Münz- und Markenamtes vom 2. Jänner hervor. Die Briefmarke bezieht sich auf den 300. Geburtstag der Italienerin Maria Gaetana Agnesi (1718-1799), die auch als Mathematikerin und Wohltäterin wirkte. Sie war die erste Frau, die ein Buch über Mathematik veröffentlichte. In ihrer Heimatstadt Mailand nahm sich die tiefgläubige Gelehrte unbemittelter kranker Frauen an und hielt öffentliche Unterweisungen in Katechismus. Ein Studium in Theologie absolvierte sie nie, doch suchten auch Kirchenmänner wie Kardinal Giuseppe Pozzobonelli ihren Rat in der Beurteilung religiöser Schriften. (vn v. 2. 1.)

     

  • In Augsburg hat am 4. Jänner die ökumenische Glaubenskonferenz „Mehr“ begonnen, organisiert vom „Gebethaus Augsburg“. Das Treffen charismatisch orientierter Christen (ca. 11.000) fand zum elften Mal statt. Auf dem Programm stand unter dem Motto „Open up the gates“ („Macht die Tore weit auf“) christlich motivierte Vorträge, Konzerte, Diskussionen, Gebete und Lobpreisungen. Aus Österreich nahmen u.a. Jugendbischof Stephan Turnovszky und Missio-Nationaldirektor Pater Karl Wallner teil. Als Redner traten James Mallon, Leo Bigger und Vishal Mangalwadi auf. Mallon ist römisch-katholischer Pfarrer aus Halifax (Kanada). Der Zürcher Pastor Bigger leitet die sich überkonfessionell verstehende Megachurch International Christian Fellowship (ICF), die größte Freikirche in der Schweiz. Mangalwadi ist ein indischer Theologe. Das „Gebetshaus Augsburg“ ist laut Selbstdarstellung eine ökumenische Initiative junger Christen und gehört zur „Charismatischen Erneuerung der katholischen Kirche“. Die „Mehr“-Teilnehmer kamen aus 40 Ländern, zu 90 Prozent aus dem deutschen Sprachraum. Gut 60 Prozent waren katholisch, 35 Prozent je zur Hälfte Anhänger der evangelischen Landeskirchen und von Freikirchen, drei Prozent waren orthodox. (religion.ORF.at/KAP u. vn v. 5. 1.; JA v 14. 1.)

     

Artikelempfehlungen

Alison White (58) ist derzeit noch Priesterin in Riding Mill in der Diözese Newcastle. Sie ist mit Frank White, dem...
„Wirklich schwer tue ich mich …  mit der aus meiner Sicht zunehmend tendenziösen Berichterstattung“. Dadurch werde eine...