Die Synode im Bistum Trier hat ein umfassendes Reformpaket auf den Weg gebracht.

Nach fast zweieinhalb Jahren Beratungen verabschiedete das Gremium ein Schlussdokument. Von 231 Delegierten stimmten mit 212 gut 90 Prozent dafür, 19 waren dagegen. „Für die nächsten Jahre ist das der Fahrplan, der umgesetzt wird“. Nun gelte es, das Dokument mit Leben zu erfüllen, sagte Trierer Bischof Stephan Ackermann beim Abschlussgottesdienst am 1. Mai im Trierer Dom. Nicht alle kirchlichen Aufgaben könnten künftig „wie bisher weitergeführt werden“, heißt es in dem rund 40 Seiten dicken Papier. Die Kirche müsse sich auch verabschieden von der Vorstellung, „dass Gottesdienste nur dann ordnungsgemäße und gute Gottesdienste wären, wenn ihnen ein Priester oder Diakon vorsteht.“ Die Arbeit von Laien und Ehrenamtlichen soll gestärkt werden. Sonntags soll es auch Wort-Gottes-Feiern geben, die vermehrt von Laien geleitet werden. In einen erweiterten Familienbegriff werden Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche Paare und Wiederverheiratete aufgenommen. Für Wiederverheiratete soll eine „Handreichung mit Ritualen und Gebeten“ erarbeitet werden. Mit Homosexuellen ist „ein kontinuierlicher Dialog“ zu suchen. (dpa und http://www.welt.de vom 1. 5. KNA vom 2. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Warschauer Oberrabbiner und Rabbinerverbands-Vorsitzende Michael Schudrich hat den römisch-katholischen Bischöfen Polens für deren klare Verurteilung des Antisemitismus gedankt.  (JA v. 1. 4.)

     

  • Der Autor des äußerst kontroversen Buches „The Dictator Pope“, der britische Historiker Henry Sire, ist vom Malteserorden suspendiert worden. Der Inhalt des Buches gebe in keiner Weise Positionen und Auffassungen des Malteserordens wieder, heißt es in der Erklärung. Der Orden distanziere sich von dem Buch. Zudem gebe ein Kapitel über die Krise des Malteserordens 2016/2017 die Ereignisse sehr einseitig wieder. In dem Buch beschreibt der Verfasser Papst Franziskus als jemanden, der die Kurie in Rom einem Terrorregime unterwirft. (JA v. 1. 4.)

     

  • Ab dem 21. Oktober 2018 werden zum ersten Mal seit 500 Jahren wieder römisch-katholische Messen im Dom von Lund (Schweden) gefeiert werden. Dann nämlich wird die römisch-katholische Kirche Sankt Thomas wegen Renovierungsarbeiten vorrübergehend geschlossen. Dazu sagte die lutherische Pastorin des Doms, Lena Sjöstrand: „Das ist eine wahrlich einzigartige Kooperation zwischen der katholischen Gemeinde Sankt Thomas und uns, eine Fortsetzung der Freundschaft, die sich zwischen uns entwickelt hat“. Nach dem historischen Besuch des Papstes im Jahr 2016 haben sich die beiden Gemeinden aufeinander zubewegt. Ein Beispiel dieser Kooperation sind monatliche ökumenische Vespern, die wechselweise im Dom und der Sankt-Thomas-Gemeinde stattfinden. Die Gemeinde der Kathedrale interpretiert die ökumenische Zusammenarbeit als eine Möglichkeit, das Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“ in die Tat umzusetzen. Dieses ökumenische Dokument reflektiert die 50-jährigen Gespräche zwischen Katholiken und Lutheranern. Das Dokument wurde von Bischof Munib Younan vom Lutherischen Weltbund sowie von Papst Franziskus unterzeichnet. „Das Treffen hat so viele Menschen berührt und wir freuen uns, dass es kein Ereignis der Vergangenheit war, sondern dass es eine echte Kontinuität gibt, die unsere Beziehungen stärkt“, sagte die Pastorin Sjöstrand. (vn v. 5. 4.)

     

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