Missbrauchsopfer Marie Collins aus päpstlicher Kinderschutzkommission ausgetreten
„Mangelnde Kooperation“ einiger Büros im Vatikan mit der Kommission

Mit dem Ausscheiden von Marie Collins verliert die päpstliche Kommission ihr letztes Missbrauchsopfer. Bereits im Februar vorigen Jahres hatte der Brite Peter Saunders eine bis heute andauernde Denkpause angekündigt.

 

Seit drei Jahren wollte Marie Collins mit Franziskus über folgende drei Forderungen sprechen, hatte aber in der ganzen Zeit keine Chance dazu – und bekam auch keine schriftliche Antwort.         

1.Ermächtigen Sie die Kommission zu überprüfen, ob die angenommenen Empfehlungen auch umgesetzt wurden!

2. Geben Sie der Kommission ein jährliches Budget!

3. Erlauben Sie der Kommission, professionelle Mitarbeiter von außerhalb des Vatikans zuzuziehen!  

 

PRESSEERKLÄRUNG VON WE ARE CHURCH IRELAND

2. März 2017                                                                                          

Wir sind Kirche Irland ist Marie Collins zutiefst dankbar, dass sie drei Jahre ihres Lebens der ursprünglich vielversprechenden Reformarbeit der päpstlichen Kinderschutzkommission gewidmet hat. Dass sie nun spürt, dass sie keine andere Möglichkeit mehr hat als in Frustration diese Arbeit zu beenden, weil die Kommissionsarbeit viel zu wenig von der vatikanischen Kurie unterstützt wird, ist ein Skandal.

Das ist ein weiteres Beispiel für den wachsenden Widerstand der römischen Kurie gegen Reformen – angeführt von hochrangigen Kardinälen.  Es ist ein weiterer ernsthafter Tiefschlag gegen die Hoffnungen vieler Katholiken und Katholikinnen, aber auch gegen die Autorität des Papstes.

„Entgegen all diesem Widerstand muss Papst Franziskus weiterhin verlangen, dass alle Fälle von Kindesmissbrauch wie gesetzlich vorgeschrieben umfassend den zivilen Behörden gemeldet werden. Zudem muss er Sanktionen gegen Bischöfe verhängen, die das verweigern“, sagt Brendan Butler, Sprecher von We are Church Ireland.

 

Marie Collins

Geboren in Dublin, als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs, kämpfte jahrzehntelang für besseren Schutz der Kinder und für Gerechtigkeit für die Opfer. Seit der Gründung der päpstlichen Kommission für Kindesmissbrauch 2014 war sie deren Mitglied.

Sie ist verheiratet und hat einen Sohn.

Die ausführlichere Presseaussendung von We Are Church – International lesen Sie bitte auf unserer internationalen Homepage: www.we-are-church.org

 

 

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