Wir sind Kirche fordert von den Bischöfen Frauen und Männer mit priesterlichen Aufgaben zu betrauen

18.01.2009

 

Die Plattform „Wir sind Kirche“ fordert die Bischöfe auf, Pfarren wegen fehlender Priester nicht mehr zu „Seelsorgeräumen“ zusammenzufassen. An Stelle dessen sollen bewährte Frauen und Männer mit priesterlichen Diensten beauftragt werden. Gemeinsam mit „viri probati“, verheirateten Priestern oder Diakoninnen können die jetzt oft alleingelassenen und vielfach überlasteten Priester besser die Menschen begleiten. Zur Lösung der offenen Fragen schlagen wir eine Synode vor, deren Mitglieder von den Gläubigen gewählt werden und das Volk Gottes repräsentativ vertreten können.

 

Seit vielen Jahren tragen Gläubige Anliegen den Kirchenleitungen vor. Mehr als 500.000 waren es beim „Kirchenvolks-Begehren“ 1995. Die klaren und eindeutigen Aussagen namhafter Theologen bei der Österreichischen Pastoraltagung 2009 in Salzburg bestätigen die bisher herangetragenen Forderungen als zukunftsweisende Vorschläge. Auch wenn nicht alle Fragen gleichzeitig mit einzelnen Änderungen gelöst werden können, so scheinen sie doch unverzichtbare Bausteine zur Erneuerung unserer Kirche zu sein.

 

Die bei der Pastoraltagung geäußerten qualifizierten Voten veranlassen uns allen österreichischen Bischöfen neuerlich die Problematik vorzulegen. In so großen Gebieten, wie den Pfarrverbänden, geht die seelsorgliche Nähe zu den Menschen verloren. Die Zahlen der Kirchenaustritte 2008 weisen auch deutlich darauf hin.

Es wäre schlimm, wenn den Kirchenleitungen der Zölibat wichtiger ist als die Spendung von Sakramenten, welche die Gemeinden stärken und am Leben halten. Auch Bischof Stecher hat jüngst auf die „Hierarchie der Wahrheiten“ hingewiesen: Er und Erzbischof Kothgasser sagen, dass die Eucharistie höher zu werten ist als die Zulassungsbedingungen zum priesterlichen Amt.

 

Um die Menschen in den Gemeinden ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen praktikable Lösungen umzusetzen ersuchen wir Sie, unverzüglich Gespräche aufzunehmen. Für diese strukturellen Lösungen ist die rechtliche Kompetenz untrennbar mit dem Dienst eines Bischofs verbunden. Das ist ihre pastorale Verantwortung. Ein solcher Schritt würde auch glaubhaft zum Ausdruck bringen, wie ernst es der Kirche mit ihrem „JA zum Leben“ ist.

„Wir sind Kirche“ hat diese Anliegen in gleichlautenden Briefen an alle Diözesanbischöfe Österreichs heute, am 18. Jänner 2009, herangetragen. Den Brief an Kardinal Schönborn haben wir dem mail angeschlossen.

 

Für den Vorstand der Plattform "Wir sind Kirche"

Hans Peter Hurka und Dr. Martha Heizer

 

 

 

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