Innerkirchliche Reformansätze: (Frauen, Zölibat, wiederverheiratet Geschiedene, Moral ..)

Der Marseiller Erzbischof und Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat zum Kampf gegen Hochmut und Machtstreben unter Priestern aufgerufen. „Papst Franziskus hat Klerikalismus in all seinen Formen als Ausdruck und Hauptursache von Störungen im Leben christlicher Gemeinschaften genannt", sagte er zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung in Lourdes. Zu der Missbrauchsproblematik zitiert die Zeitung "La Croix" den Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel: „Dem gesamten Episkopat ist bewusst, dass wir eine besonders schwere Krise durchmachen.“ Die Kirche werde nicht mehr wie vorher sein. Mehrere Bischöfe sprechen laut Angaben des Blattes von einem „Reinigungsprozess". (kathpress u. KNA u. vn v. 2. 4.)

 

Mehr als 100 Laientheologen aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart haben Bischof Gebhard Fürst aufgerufen, sich intensiver mit den Fragen kirchlicher Sexualmoral und klerikaler Macht zu befassen. Sexueller Missbrauch sei in hohem Maß aus einer „fragwürdigen Sexualmoral" und dem Umgang mit klerikaler Macht erwachsen. Die Themen Macht, Zölibat und Sexualmoral müssten „im Verbund besprochen werden", heißt es in dem Brief, der am Rande einer Sitzung des Diözesanrates veröffentlicht wurde. Der Diözesanratssprecher Johannes Warmbrunn betonte, kirchliche Strukturen dürften einem Machtmissbrauch nicht länger Vorschub leisten. (kathpress u. KNA v. 2. 4.)

 

In der Erzdiözese München geht ab 7. April das erste gemischte Leitungsteam aus Haupt- und Ehrenamtlichen für den Pfarrverband Geisenhausen im Landkreis Landshut an den Start. Zwei weitere Teams sollen folgen. Bereits vor drei Jahren hatte dies Kardinal Reinhard Marx in einem Schreiben an alle SeelsorgerInnen angekündigt. „Das neue kollegiale Leitungsmodell nimmt in konsequenter Weise auf, was die deutschen Bischöfe in ihrem Wort 'Gemeinsam Kirche sein' betonen, nämlich die Teilhabe aller Getauften und Gefirmten am Sendungsauftrag der Kirche", sagte Weihbischof Bernhard Haßlberger. Zu dem Geisenhauser Team gehören ein Ordenspriester, eine Gemeindereferentin und drei von der örtlichen Kirchenverwaltung sowie den Pfarrgemeinderäten gewählte Ehrenamtliche, darunter zwei Frauen. Alle Mitglieder sind gleichberechtigt, bei Abstimmungen entscheidet die Mehrheit. (kathpress u. KNA v. 3. 4.)

 

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Nummer Zwei des Vatikans, hat am 5. April eine Gruppe von homosexuell fühlenden Personen empfangen. Dem Kardinal wurde von diesen eine „Studie zur Kriminalisierung homosexueller Beziehungen in der Karibik“ vorgestellt. In einer Ansprache betonte Parolin, die Kirche setze sich für die Würde jedes Menschen und gegen Gewalt in jeder Form ein. Er werde Papst Franziskus über den Inhalt der Studie informieren. (vn v. 5. 4.)

 

Priorin Ruth Schönenberger, Leiterin des Priorats Tutzing der Missions-Benediktinerinnen, hat eine klare Meinung über Frauen in der Kirche: „Wir haben hier qualifizierte Theologinnen, denen nur die Weihe fehlt" Die Qualifikation soll entscheidend sein, nicht das Geschlecht, sagt sie im Interview mit www.katholisch.de: „Da hilft sicherlich nicht nur beten, aber warum soll man nicht dafür beten? Denken wir doch daran zurück, wie viele Menschen gebetet haben, bevor die Berliner Mauer gefallen ist. Mir ist ganz wichtig, bei allen strukturellen Diskussionen das Anliegen immer wieder gemeinsam vor Gott zu tragen. […] Und dann sollte man am Ball bleiben und schauen, dass wirklich Schritte gegangen werden und wir Frauen nicht nur vertröstet werden, wie es das Beispiel des Diakonats der Frau zeigt. […] Wenn wir Eucharistie feiern wollen als Frauengemeinschaft, müssen wir immer organisieren, dass ein Mann zu uns kommt – und das jeden Tag. Er steht dann am Altar und leitet – und nicht wir. […] Ich finde, wir haben eine ziemlich legalistische Kirche, die sehr von Gesetzen und Vorschriften geprägt ist. So erlebe ich Jesus eigentlich nicht. Er ist dagegen angegangen. […] Ich fände es eigentlich selbstverständlich, dass eine Frau auch geweiht werden kann. Ich verstehe die Begründungen nicht. Ich wundere mich, dass man die Präsenz Christi auf das Mannsein reduziert. Wir haben hier bei uns auch qualifizierte Theologinnen, denen nur die Weihe fehlt – sonst nichts. […] Unser derzeitiges Priesterbild gehört grundlegend revidiert. […] Aber ich sage nicht, dass eine Frau eine Führungsposition bekommen soll, weil sie eine Frau ist, sondern weil sie qualifiziert ist. Und ein Mann soll sie auch nur bekommen, weil er qualifiziert ist und nicht nur, weil er Priester ist. (www.katholisch.de v. 7. 4.)

 

Margit Eckholt ist Professorin für Dogmatik in Osnabrück und Vorsitzende des Forums katholischer Theologinnen und meint: Fragen von Frauen gehören hinein in das Herz von Kirche. „Wir sind ungefähr 50 Theologinnen an den unterschiedlichen theologischen Instituten“, sagte sie im Gespräch mit dem Kölner Domradio. „Wir haben in der Wissenschaft auf der Ebene der universitären Ausbildung von Theologinnen und Theologen ein sehr gutes Standing [… und] haben ein Ansehen auch im Rahmen der Theologie als Wissenschaft errungen.“ Allerdings sind bis heute „die höchsten römisch-katholischen Entscheidungsfunktionen Klerikern und damit ausschließlich Männern vorbehalten. […] Und das ist der Punkt, warum auch unsere deutsche Ortskirche davon spricht, Frauen in Führungspositionen hineinzunehmen. Das befürwortet ja auch der Papst. Wichtig ist, dass in der Zukunft Frauen mit ihren Kompetenzen als Theologinnen in die unterschiedlichen Disziplinen und Gremien hineinkommen, auf Ebene von Ortskirchen. Aber natürlich auch auf Ebene der Entscheidungen, die in Rom getroffen werden, um hier ihre Perspektive einbringen zu können. Sonst werden nämlich immer von oben Entscheidungen über Frauen getroffen, ohne dass die Frauen selbst zu Wort kommen können.“ Die deutschen Bischöfe möchten in ihren Verwaltungen bis zum Jahr 2023 eine Frauenquote von 30 Prozent erreichen. Eckholt hält das für sinnvoll: Frauen müssten in den Ordinariaten „und dort, wo Entscheidungen im Blick auf das Kirchenrecht getroffen werden“, vertreten sein. Eckholt will von einer „partizipativen Kirche“ ausgehen, „in der Männer und Frauen gemeinsam an den Grundfragen heutiger Zeit arbeiten“, und einen „Strukturwandel“ einleiten. „Das beinhaltet auch die Frage nach Ämtern und Diensten in der Kirche im Sinne von Gendergerechtigkeit.“ (www.domradio v. 9. 4.)

 

Dass es in der aktuellen Situation Menschen gibt, die sich enttäuscht von der Kirche abwenden, kann Irene Gassmann, Priorin des Schweizer Benediktinerinnen-Klosters Fahr, verstehen. Doch damit abfinden will sie sich nicht und kämpft mit einer eigenen Gebetsinitiative für einen spirituellen Neuaufbruch und für Veränderungen in der römisch-katholischen Kirche. Es „kann es doch nicht sein, dass wir laufend Unterschriften sammeln! Und da habe ich gespürt, für mich als Benediktinerin gibt es einen anderen Weg: Den Weg des Gebetes.“ „Schritt für Schritt - Gebet am Donnerstag“ hat sie ihre Initiative genannt. Zahlreiche römisch-katholische Einrichtungen in und außerhalb der Schweiz beten mit. Ein Weg zu einer grundlegenden Veränderung wäre sicherlich auch, den Frauen in der Kirche mehr Mitspracherecht einzuräumen, betont die Priorin. Immerhin spreche auch der Papst selbst immer wieder davon, Frauen verstärkt in Leitungsfunktionen der Kirche zu holen. Denn solange nur die „Bischöfe, Kardinäle und Funktionäre“ untereinander berieten, drehe sich die Situation letztlich im Kreis: „Und ich glaube, dass es jetzt höchste Zeit ist, dass das durchbrochen wird. Ich hoffe, dass unsere Bischöfe hier auch mutig sind und wirklich Frauen ganzheitlich einbeziehen, nicht nur einmal für einen Auftritt, sondern wirklich auch die Frauen als vollwertige Mitglieder der Kirche ernst nehmen.“ (vn v. 10. 4.)

 

Kardinal Christoph Schönborn kann sich verheiratete Priester vorstellen. Der Zölibat habe allerdings 2000 Jahre Tradition, „die auch der Papst nicht beim Frühstück ändern könne", sagte er in der ORF-„Pressestunde". „Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Zukunft nicht nur verheiratete Diakone geben wird, sondern auch verheiratete Priester". Auch Diakoninnen sind für ihn vorstellbar. (APA u. www.derstandard.at v. 14. 4.)

 

Die Kirche sollte die Anliegen der Jugend mehr zu ihrer eigenen Aufgabe machen, findet der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer. In vieler Hinsicht wünscht er sich mehr Innovation. Dass sich die Hierarchie, die Rolle der Frauen und die Miteinbeziehung von Laien ändern wird, glaubt er schon. Die Frage ist, wann. Mehr „Forschheit“ brauche es in der Kirche auch bei Veränderungen hinsichtlich hierarchischer Strukturen. Dabei müssten alle ein Mitspracherecht haben, „Frauen, Männer, Ordensleute". Weiter forderte er eine Überdenkung des Pflicht-Zölibats. Die Zusammenlegung von Kirchengemeinden sollte aufhören. Stattdessen sprach er sich dafür aus, dass auch Laien Gemeinden leiten. „Angesichts der wenigen Priester sehe ich gar keine andere Möglichkeit", so Bischof Wilmer. (kna u. vn v. 15. 4.)

 

Nach den Worten des Abtes von Sankt Bonifaz-München und des Klosters Andechs, Johannes Eckert, muss die römisch-katholische Kirche den Frauen mehr Rechte einräumen. „Wir müssen uns am biblischen Befund orientieren, dieser ermöglicht einiges in der Kirche", sagte der bayrische Benediktiner der deutschen KNA. Schon in den frühen Gemeinden des Paulus hätten Frauen Leitungsverantwortung übernommen. Er selbst sei immer wieder begeistert, wie heute viele Frauen priesterliche und diakonale Dienste wahrnähmen. „Da wäre so viel Potenzial im Sinne der Charismenvielfalt" möglich. Heute seien viele Frauen in der Kirche die Erstverkünderinnen. Das fange bei Müttern und Omas an und gehe bis zu den Gemeinde- und Pastoralreferentinnen in der Vorbereitung auf die Erstkommunion oder Firmung. Wenn damals die Apostel den Frauen nicht geglaubt hätten, dann sei dies als „klassische Dummheit der Männer" zu sehen. Die Kirche sollte wissen, dass Jesus den Dienst von Frauen annahm und sie in den Dienst nahm. (KNA v. 16. 4.)

 

Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hält es für kirchenrechtlich möglich, den Pflichtzölibat abzuschaffen. „Der Papst als oberster Gesetzgeber könnte das ändern", sagte Burger dem „Mannheimer Morgen". Er persönlich befürworte den Zölibat. Eine Abschaffung würde bei ihm aber keine „Glaubenskrise" auslösen. (KNA v. 17. 4.)

 

Ein aus der Initiative „Pro Pope Francis“ entstandenes Theologennetzwerk – maßgeblich gegründet von em. Univ. Prof. Dr. Paul M. Zulehner zusammen mit dem Prager Theologen Dr. Tomas Halik – sieht die eigentliche Herausforderung der Kirche in der Emanzipation der Frau. Halik und Zulehner starteten 2017 eine Unterschriftenaktion zur Unterstützung des Papstes. Unter den 75.000 Unterzeichnern sind fast 2.400 Theologen aus aller Welt. Mit ihnen wurde ein Theologennetzwerk gegründet, das unter dem Titel „Wir teilen diesen Traum“ ein E-Book mit Texten der Mitglieder herausgegeben hat. „Die Frauenfrage [sei] der Schlüssel für die Glaubwürdigkeit der Kirche“, sagte Zulehner dem deutschen Online-Portal „katholisch.de“. Die Initiative „Pro Pope Francis“ zeige, dass „sehr viele qualifizierte Menschen diese innovative Politik des Papstes unterstützen“. Zulehner zeigte sich überzeugt, „dass es nun grünes Licht für die Weihe verheirateter, nicht akademisch ausgebildeter ehrenamtlicher Priester geben wird“. (JA v. 21. 4.)

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) feiert am 29. April – am Fest der hl. Katharina von Siena – den „Tag der Diakonin“. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto „Macht Kirche zukunftsfähig!“ und bekräftigt das Engagement für die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen. KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth erklärt dazu: „Als Getaufte und Gefirmte sind Frauen und Männer in gleicher Weise berufen, aktiv am Aufbau und am Fortbestand der Kirche mitzuwirken und dabei den Dienst am Nächsten zu verwirklichen.“ Nach Auffassung des KDFB ist es für eine glaubwürdige und zukunftsfähige Kirche in Deutschland dringend erforderlich, Frauen in die kirchliche Ämterstruktur einzubeziehen und ihnen die Weiheämter zu öffnen. „Die Forderung nach dem sakramentalen Diakonat von Frauen ist angesichts der sich stetig ändernden pastoralen Situation in Deutschland heute aktueller denn je. Auch die derzeitige Krise der katholischen Kirche beinhaltet die Herausforderung für Reformen und Veränderung“. Der Dienst am Nächsten sei gemeinsame Aufgabe und Verantwortung von Frauen und Männern und gehöre zu den Wesensmerkmalen der Kirche. „Die Einführung des sakramentalen Diakonats für Frauen ist dabei ein notwendiger Schritt, um der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der katholischen Kirche ein großes Stück näher zu kommen.“ (vn v. 23. 4.)

 

An der kommenden Vollversammlung der Bischofskonferenz von Chile nehmen diesmal auch Laien teil. Auf dem Programm steht die Erarbeitung eines Dokuments über Identität und Dienst der Kirche vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals, teilten die Bischöfe mit. 22 Bischöfe und fünf Übergangsleiter römisch-katholischer Diözesen werden im einem Tagungszentrum nahe dem Badeort El Quisco an der Pazifikküste zusammenkommen. Die teilnehmenden Laien, sowohl Männer als auch Frauen, stammen aus mehreren Diözesen. (kna u. vn v. 27. 4.)

 

Erstmals könnte Papst Franziskus eine Frau mit der Leitung einer vatikanischen Kurienbehörde beauftragen. Das spanische Portal „Religion Digital" berichtet, es sei geplant, die italienische Wirtschaftsexpertin Claudia Ciocca zur Leiterin des vatikanischen Wirtschaftssekretariats zu ernennen. Am 29. April empfing Papst Franziskus den kommissarischen Leiter der Behörde, Luigi Misto. Der bisherige Präfekt, Kardinal George Pell, hatte das Amt seit dem 1. Juli 2017 wegen Missbrauchsvorwürfen ruhen lassen. Im März 2019 wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt. Sollte Ciocca tatsächlich ernannt werden, wäre sie für die wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten des Vatikan zuständig und dem Papst direkt verantwortlich. Sie wäre dann die höchstrangige Frau in der rund 600-jährigen Geschichte der römischen Kurie. Die Wirtschaftsexpertin Ciocca lehrt an der römischen Universität Santa Croce. (kap u. vn v. 29. 4.)

 

Die Katholischen Akademien in Deutschland haben die Initiative „Strukturen des Missbrauchs überwinden" gestartet. Mit unterschiedlichen Veranstaltungen wollen die 22 Bildungshäuser die Debatten über die Themen Macht in der Kirche, Sexualmoral und priesterliche Lebensform forcieren. Mit der Initiative solle der von den deutschen Bischöfen beschlossene „Synodale Weg" zur Erneuerung der Kirche unterstützt werden. „Der Gesprächsbedarf ist angesichts des immensen Vertrauensverlustes der katholischen Kirche enorm", erklärte der Vorsitzende des Leiterkreises der Katholischen Akademien, Peter Klasvogt. Der Austausch darüber sei mit Blick auf konkrete strukturelle Reformen „unbedingt notwendig". Die deutschen Bischöfe hatten auf ihrer Frühjahrsvollversammlung entschieden, die Themen Macht, Sexualmoral und priesterliche Lebensform im Rahmen eines „Synodalen Weges“ zu beraten. (kna u. kap v. 29. 4.)

 

Bei der zentralen Veranstaltung zum „Tag der Diakonin“ betonten auch der Paderborner Pastoraltheologe Herbert Haslinger und die Osnabrücker Dogmatikerin Margit Eckholt, es gehe für Frauen um den Zugang zum „sakramentalen Amt als solchem“, also auch zum Priesteramt. ZdK-Vizepräsidentin Lücking-Michel ergänzte, die Weihe von Frauen zu Diakoninnen wäre „der notwendige erste Schritt zu einer glaubwürdigen Kirche“. Denn „ohne uns Frauen, ohne Gleichstellung wird die Kirche nicht zukunftsfähig sein". Irmentraud Kobusch, Vorsitzende des Netzwerks „Diakonat der Frau“, glaubt, es sei ein „Mangel der Kirche“, Frauen von sakramentalen Ämtern auszuschließen. Der Paderborner Pastoraltheologe Herbert Haslinger mahnte, die Frauen dürften sich nicht nur auf das Amt der Diakonin „kaprizieren“. Denn dann könne es geschehen, dass die „höheren Amtsstufen“ wie das Priesteramt „bei den Männern bleiben“. Entscheidend sei „der Zugang von Frauen zum sakramentalen Amt als solchem“. Dem schloss sich Eckholt an und betonte, derzeit sei in der römisch-katholischen Kirche eine „Entmächtigung von Frauen“ kirchenrechtlich zugrundegelegt. Nötig sei aber deren „Ermächtigung“. Der „Tag der Diakonin“ wird seit 1997 jährlich am 29. April begangen, dem Festtag der zur Kirchenlehrerin erhobenen heiligen Katharina von Siena (1347-1380). (kna u. vn v. 30. 4.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Erzbischof von Rabat, der Spanier Cristóbal López Romero, zieht eine positive Bilanz der Papst-Visite. „Bis jetzt wurde viel von Koexistenz und Toleranz gesprochen, aber der König sagte im Beisein des Papstes, dass Toleranz eigentlich wenig sei. Das bedeutet, dass wir nun zur Freundschaft, zum gegenseitigen Kennenlernen, zur gegenseitigen Bereicherung und zur Zusammenarbeit übergehen können [...] Wir müssen dazu einen qualitativen Sprung im islamisch-christlichen Dialog machen. […] Das ist schon jetzt im Moment ein gemeinsamer Weg. Wir arbeiten für Bildung, für die öffentliche Gesundheit, für die Förderung von Frauen zusammen, Muslime und Christen, und das muss so bleiben. Aber Barmherzigkeit ist kein Selbstzweck: Sie ist der Weg, um als Brüder und Schwestern zu leben.“ Hinderlich auf dem gemeinsamen Weg sei der Verdacht von Muslimen, dass Christen „Proselytismus“ betreiben würden. Der Papst hat das Thema bei einem Treffen mit Priestern und Ordensleuten angesprochen. Erzbischof López erklärt, es gebe leider „Christen, die es nicht verstehen, dass die Kirche keinen Proselytismus betreiben will. […] Schon Benedikt XVI. sagte: Die Kirche wächst nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehungskraft, durch Zeugnis. Deshalb geht es uns als Kirche hier in Marokko gut: genau weil Proselytismus verboten ist. […] Ich glaube, dass Marokko eines Tages feststellen wird, dass die Christen, zumindest wir Katholiken, dieses Ziel des Proselytismus nicht haben“, stellt López fest. (vn v. 1. 4.)

     

  • Der Marseiller Erzbischof und Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Georges Pontier, hat zum Kampf gegen Hochmut und Machtstreben unter Priestern aufgerufen. „Papst Franziskus hat Klerikalismus in all seinen Formen als Ausdruck und Hauptursache von Störungen im Leben christlicher Gemeinschaften genannt", sagte er zu Beginn der Frühjahrsvollversammlung in Lourdes. Zu der Missbrauchsproblematik zitiert die Zeitung "La Croix" den Bischof von Grenoble, Guy de Kerimel: „Dem gesamten Episkopat ist bewusst, dass wir eine besonders schwere Krise durchmachen.“ Die Kirche werde nicht mehr wie vorher sein. Mehrere Bischöfe sprechen laut Angaben des Blattes von einem „Reinigungsprozess". (kathpress u. KNA u. vn v. 2. 4.)

     

  • Dass Jerusalem zum „Inbegriff des Friedens“ wird, wünschen sich die Patriarchen und Bischöfe der Heiligen Stadt in ihrer gemeinsamen Osterbotschaft. Der „multireligiöse und multikulturelle Status“ Jerusalems müsse erhalten werden, damit alle abrahamitischen Glaubensbekenntnisse die Stadt als Inbegriff des Friedens und der Ruhe erfahren können. Die Patriarchen und Bischöfe versprechen, „für einen gerechten und dauerhaften Frieden in Jerusalem und in der ganzen Welt“ zu beten, vor allem in Regionen, die von Gewalt und Angst gegen schuldlose Menschen und Gottesdienststätten geprägt sind. Dass die menschliche Würde respektiert und geehrt werden muss, zeige sich besonders an Ostern. Die Menschen seien nach Gottes Bild geschaffen und darum gleich an Würde. (vn v. 17. 4.)

     

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