Ökumene

Orthodoxe Kirchenvertreter des bisher nicht-kanonischen Kiewer orthodoxen Patriarchats haben sich am 12. Jänner im Sitz des Ökumenischen Patriarchats in Istanbul getroffen. Zweck des Treffens sei die Suche nach einer Lösung für die „komplizierte“ Situation der Orthodoxie in der Ukraine. Das Kiewer Patriarchat wird von der Weltorthodoxie nicht anerkannt, da es in der Ukraine auch eine kanonisch-anerkannte orthodoxe Kirche gibt, die allerdings dem Moskauer Patriarchat angehört. Hinzu kommt noch eine dritte ebenfalls von der Weltorthodoxie nicht anerkannte autokephale orthodoxe Kirche der Ukraine hinzu. Der Kiewer Patriarch Philaret II. sandte drei Vertreter zu den Verhandlungen nach Istanbul. Seitens des Ökumenischen Patriarchen nahmen ebenfalls drei Vertreter teil. Zwei von ihnen gehören auch einer Kommission an, die die Heilige Synode im Sommer 2016 eingesetzt hatte, um die Autokephalie (Eigenständigkeit) der orthodoxen Kirche in der Ukraine zu erwägen. Das Ökumenische Patriarchat werde sein Bestes tun, um Wege zur Problemlösung zu finden, berichtet das ukrainische Nachrichtenportal Risu. (risu u. www.de.radiovaticana.va v. 17. 1.)

 

Das chaldäisch-römisch-katholische Patriarchat von Bagdad macht auf Initiative des Patriarchen Louis Raphael Sako den Vorschlag, einen „Rat der Kirchen im Irak“ zu gründen. Diese religiöse Einrichtung mit Sitz in Bagdad soll die römisch-katholische, assyrische, orthodoxe und evangelische Kirche beinhalten. In dem Initiativschreiben des Patriarchen werden als Aufgaben des Rates genannt: Die Organisation von Gebetstreffen im Irak; das Vereinheitlichen der Positionen bei Themen von nationaler Bedeutung, vor allem bei Fragen der sozialen Gerechtigkeit und der Rechte von Christen sowie bezüglich des Dialogs mit den Muslimen und anderen Andersgläubigen im Land. Das Ziel der Arbeit sei „die Verbreitung einer Kultur des Friedens und des harmonischen Miteinanders“. (asianews u. www.de.radiovaticana.va v. 14. 1.)

 

Die Einheit der Christen soll auch im muslimisch geprägten Pakistan sichtbar sein. Das sagt P. Inayat Bernard, Rektor des Kleinseminars Santa Maria in Lahore, zum Auftakt der Gebetswoche für die Einheit der Christen. „Leider begegnen wir uns nur, wenn eine Kirche angegriffen wurde und in Krisensituationen. Wir sollten uns auch in Zeiten des Friedens begegnen“, so der Rektor gegenüber Asianews. Der religiöse Extremismus sei die größte Herausforderung für die Einheit der Christen. Das alles mache es umso wichtiger, die Sicht der anderen Christen zu kennen und sich auszutauschen. Der Rektor des Kleinseminars für Priesterberufe gehört zu einem Komitee für die ökumenische Solidarität in Lahore, das seit 2012 die Gebetswoche für die Einheit der Christen organisiert. In dem Komitee sind die vier größten christlichen Konfessionen des Landes vertreten: Katholiken, Protestanten, Presbyterianer und die Heilsarmee. (asianews u. www.de.radiovaticana.va v. 18. 1.)

 

Eine gemeinsame Stellungnahme zum Beginn der Gebetswoche für die Einheit der Christen kommt vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen CCEE und der Konferenz Europäischer Kirchen KEK. Darin erinnern die beiden Kirchenverbände an die schwierige Vergangenheit in den gegenseitigen Beziehungen und betonen gleichzeitig die positiven Entwicklungen, die sich in der fruchtbaren Zusammenarbeit und dem theologischen Dialog ausmachen ließen. Die „zahlreichen Krisen“, mit denen Europa und seine Nachbarn zu kämpfen hätten, ließen auch die Kirchen stärker zusammenrücken. Gemeinsam könne man Zeugnis ablegen von der versöhnlichen Liebe Christi durch die Bewahrung der Schöpfung, Solidarität mit den Armen und den Schutz der Würde des ganzen Volkes Gottes. Die Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) ist eine Gemeinschaft von 114 orthodoxen, protestantischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirchen Europas, sowie 40 Partnerorganisationen. Sie wurde 1959 gegründet und hat Büros in Brüssel und Straßburg. Zum Rat der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) gehören 33 römisch-katholische Bischofskonferenzen. (www.de.radiovaticana.va v. 18. 1.)

 

500 Jahre nach der Reformation ehrt der Vatikan Martin Luther mit einer Briefmarke: Der deutsche Reformator ist Motiv eines Postwertzeichens, das im Laufe des Jahres herausgegeben werde, bestätigte das vatikanische Amt für Philatelie und Numismatik am 18. Jänner auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur. Nähere Angaben zum Motiv machte das Amt nicht. (KNA u. www.de.radiovaticana.va v. 18. 1.)

 

 „Luther wollte die Kirche nicht spalten […] Echte Ökumene fußt auf der gemeinsamen Bekehrung zu Jesus Christus als unserem Herrn und Erlöser. Wenn wir uns ihm gemeinsam nähern, nähern wir uns auch untereinander.“ Das sagte Papst Franziskus am 19. Jänner zu einer ökumenischen Delegation aus Finnland. Franziskus würdigte den Auftakt des Reformationsgedenkens, an dem er Ende Oktober im schwedischen Lund teilgenommen hatte. „Nach fünfzig Jahren des offiziellen ökumenischen Dialogs unter Katholiken und Lutheranern ist es uns gelungen, klar die Perspektiven aufzuzeigen, über die wir uns heute einig sind. Dafür sind wir dankbar. Gleichzeitig bereuen wir ehrlich und von Herzen unsere Sünden und Fehler. In diesem Geist ist in Lund daran erinnert worden, dass der Versuch Martin Luthers vor fünfhundert Jahren darauf zielte, die Kirche zu erneuern, und nicht darauf, sie zu spalten.“ Franziskus ermunterte dazu, den theologischen Dialog zwischen den Kirchen fortzusetzen und sich um „weitere Konvergenzen im Bereich der Lehre und der Moral der Kirche“ zu bemühen. „Wenn wir den Glauben gemeinsam vor der Welt vertreten und den Leidenden, den Verfolgten und Geknechteten gemeinsam beistehen, dann sind wir nicht mehr getrennt, sondern dann sind wir zusammen auf dem Weg zur vollen Gemeinschaft!“ (www.de.radiovaticana.va v. 19. 1.)

 

Joanna Penberthy ist am 21. Jänner als erste anglikanische Bischöfin in Wales geweiht worden. Die Weihe der bisherigen Dekanin fand gemeinsam mit fünf weiteren Bischofsweihen in der Kathedrale von Llandaff in der Hauptstadt Cardiff statt und wurde vom Erzbischof von Wales, Barry Morgan, vorgenommen. Die Kirche von Wales hatte 2013 Frauen zum Bischofsamt zugelassen. Derzeit spekulieren britische Medien über die Wahl einer Frau zur Bischöfin von London. (kna u. www.de.radiovaticana.va v. 21. 1.)

 

Die Bedeutung der Ökumene hat der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, der römisch-katholische Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, hervorgehoben. Er sprach bei einem Gottesdienst anlässlich der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen am 22. Januar in der Stadtkirche der Lutherstadt Wittenberg. Wörtlich sagte er: „Der Weg der Ökumene ist gerade in unserer Zeit das Gebot der Stunde, das Gebot unseres Herrn selber.“ Zum ersten Mal werde das Gedenken an die Reformation vor 500 Jahren als Christusfest gefeiert. Dass er als römisch-katholischer Bischof in der „Mutterkirche der Reformation“ predigen dürfe, sei ein starkes Zeichen des Neuen, das Gott geschenkt habe. Er betonte, dass ein friedliches Nebeneinander der Konfessionen als Vision der Ökumene nicht ausreiche: „Ein Verharren in einer Art versöhnter Verschiedenheit ohne das Drängen der Liebe zu sichtbarer Einheit entspricht nicht dem Evangelium.“ Der 1948 gegründeten ACK gehören evangelische, römisch-katholische und orthodoxe Kirchen sowie Freikirchen an. Sechs weitereKirchen sind Gastmitglieder. Fünf Organisationen, darunter die Evangelische Allianz in Deutschland, haben einen Beobachterstatus. (www.idea.de v. 22. 1.)

 

Dem Gebetsaufruf von römisch-katholischen Bischöfen in Indien für einen entführten Priester haben sich auch andere christliche Konfessionen angeschlossen. Die Gebetstage fanden am 21. und 22. Jänner statt. Im März war der 59-jährige Salesianer Tom Uzhunnalil im Kontext eines Anschlags von Islamisten entführt worden. Sie töteten bei der Attacke vier Mutter Teresa-Schwestern und zwölf weitere Personen. „Wir beten auch für seine Entführer, für einen Wandel ihrer Herzen und ihre Bekehrung“, sagte ein Pfarrer der Church of North India. Die Church of North India ist eine anglikanische Kirchengemeinschaft in Indien, zu der auch Methodisten und Presbyterianer gehören. (asianews vom 23. 1.)

 

Musikalische Ökumene vom Feinsten: Zum Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen traten am 24. Jänner der Anglikanische Chor von Westminster Abbey und der Päpstliche Chor der Sixtinischen Kapelle auf. Die weltberühmten Chöre gaben gemeinsam ein Konzert in der römischen Basilika San Giovanni und gestalteten musikalisch am 25 Jänner die von Papst Franziskus geleitete Vesper zum Abschluss der Gebetswoche. (www.de.radiovaticana.va v. 25. 1.)

 

„Nach Jahrhunderten der Trennung“ sollten die Christen ein „Evangelium der Versöhnung verkünden“: Dazu hat Papst Franziskus am 25. Jänner aufgerufen. Über dem Grab des Völkerapostels Paulus feierte er die Vesper, mit der traditionsgemäß die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen zu Ende geht. Ein Damaskus-Erlebnis für die getrennten Kirchen wünschte sich der Bischof von Rom: Der Blick auf das Kreuz Christi „ist auch eine Einladung, aus jeder Abschottung herauszukommen, die Versuchung der Selbstbezogenheit zu überwinden, die verhindert, das zu erfassen, was der Heilige Geist außerhalb der eigenen Räume wirkt. Eine echte Versöhnung zwischen den Christen wird sich verwirklichen lassen, wenn wir verstehen, wechselseitig die Gaben des Anderen anzuerkennen, und fähig sind, demütig und aufmerksam voneinander zu lernen, ohne zu erwarten, dass zuerst einmal die Anderen von uns lernen.“ Ziel sei eine Überwindung der Spaltungen und eine sichtbare Einheit der Gläubigen. Papst Franziskus nannte es „bemerkenswert“, dass Katholiken und Lutheraner in diesem Jahr gemeinsam des Beginns der protestantischen Reformation vor fünfhundert Jahren gedenken. Das sei „durch Gott und das Gebet im Laufe von fünfzig Jahren gegenseitiger Bekanntschaft und ökumenischen Dialogs“ möglich geworden. An der Vesper nahmen teil: je ein Vertreter des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel und des anglikanischen Primas von Canterbury sowie Studenten, die zu orthodoxen und altorientalischen Kirchen gehören. Der Pfarrer der lutherischen Gemeinde Roms, Jens-Martin Kruse, las die Lesung vor. (www.de.radiovaticana.va v. 25. 1.)

 

Kurienkardinal Walter Kasper hält die Einheit der Christen auf absehbare Zeit für möglich. Das sagte der ehemalige Vorsitzende des päpstlichen Rates für die Einheit der Christen beim Neujahrempfang der Erzdiözese Bamberg am 28. Jänner. Es werde keine Einheitskirche entstehen, „sondern eine Einheit in versöhnter Verschiedenheit, in der auch die geschichtlich gewachsenen Formen respektiert werden müssen“, sagte Kasper. Bei ökumenischen Gesprächen gehe es nicht um eine Einigung auf den kleinsten Nenner oder um eine Verarmung der eigenen Identität. „Wir sollen nicht weniger, sondern mehr katholisch werden. Wir sollen nicht weniger, sondern mehr evangelisch werden.“ Die theologischen Differenzen seien lösbar. Die Zulassung konfessionsverschiedener Familien zur Kommunion sei ein „pastorales Problem, das nach einer Lösung schreit“. Es gebe Raum für pastorale Lösungen, meinte Kasper. (www.de.radiovaticana.va v. 28. 1.)

 

Erstmals haben sich der römisch-katholische Bischof von Linz, Manfred Scheuer, und der oberösterreichische evangelische Superintendent Gerold Lehner zu folgender gemeinsamen Aktion entschlossen: Sie haben einen gemeinsamen Hirtenbrief herausgegeben, der am 22. Jänner in den Gottesdiensten beider Konfessionen verlesen wurde. (JA vom 29. 1.)

 

In einer gemeinsamen Erklärung bereuen die anglikanischen Erzbischöfe Justin Welby (Canterbury) und John Sentamu (York) im Namen der anglikanischen Kirche von England die Gewalt und die Schmerzen, die den Katholiken im Zuge der Reformation zugefügt wurden. Sie bedauern die damit verbundenen „bleibenden Schäden“ für die Einheit der Kirche Jesu Christi. (JA v. 29. 1.)

 

Für den nicht-kanonischen, das heißt nicht anerkannten Kiewer orthodoxen Patriarchen Filaret Denisenko ist eine künftige Kirchengemeinschaft mit der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche nicht ausgeschlossen. Allerdings müssten Rom und Konstantinopel damit einverstanden sein. Das geht aus einem Bericht des griechischen Kirchenportals „romfea.gr“ hervor. Eine gleichzeitige Communio mit dem Papst und dem ökumenischen Patriarchen wird auch von der „unierten“ griechisch-katholischen Kirche schon seit den 1990er Jahren angestrebt. Die Revitalisierung dieses Vorschlags wurde vor einiger Zeit in Paris von einem ukrainisch-katholischen Bischof in einem Schreiben an einen seiner orthodoxen Amtsbrüder angeregt. (kap u. www.de.radiovaticana.va v. 31. 1.; Die Furche v. 2. 1.)

 

Mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Salzburger Kirche St. Peter haben am 31. Jänner die römisch-katholische, die evangelische und die orthodoxe Militärseelsorge gemeinsam das „Reformationsjubiläum 2017“ begangen. (JA vom 12. 2.)

 

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Communio" einen Beitrag zum christlich-jüdischen Dialog veröffentlicht. Ziel des Benedikt-Textes sei zunächst nur eine private Reflexion auf die nachkonziliare Absage an die sogenannte „Substitutionstheorie" – die Vorstellung, die Kirche sei an die Stelle Israels getreten – und über den „nie gekündigten Bund" „Beide Thesen […] sind im Grunde richtig, sind aber doch in vielem ungenau und müssen kritisch weiter bedacht werden". Denn es habe eine „Substitutionstheorie" „als solche nicht gegeben" und es komme dem Judentum aus christlicher Sicht stets ein besonderer Status zu, insofern das Judentum „nicht eine Religion unter anderen" sei, sondern „in einer besonderen Situation steht und daher auch als solches von der Kirche anerkannt werden muss". Es gibt aber auch bleibende Differenzen wie z. B. die Messias-Frage: Für das Judentum bleibe ein gewisser messianischer Verheißungsüberschuss, denn Jesus habe ja kein messianisches Friedensreich gegründet, sondern seine Messianität verstanden als „eine Zeit der Freiheit". Auch die Frage des „nie gekündigten Bundes" zwischen Gott und den Juden verlange nach Differenzierungen, etwa in dem Sinne, dass es nicht nur den einen Bund zwischen Gott und seinem Volk gab, sondern viele unterschiedliche Bünde. „Die Formel vom ‚nie gekündigten Bund‘ mag in einer ersten Phase des neuen Dialogs zwischen Juden und Christen eine Hilfe gewesen sein, taugt aber nicht auf Dauer, um die Größe der Wirklichkeit einigermaßen angemessen auszudrücken", so Benedikt XVI. (kap u. vn v. 6. 7.)

     

  • Weitere deutsche Bischöfe haben angekündigt, die Kommunion für evangelische Ehepartner im Einzelfall zuzulassen: der „Ökumene-Bischof“ Gerhard Feige, der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz Franz-Josef Bode. Der Magdeburger Bischof Feige erklärte, er bereite derzeit ein Schreiben vor, in dem er den Priestern seines Bistums die Beachtung der Orientierungshilfe der deutschen Bischofskonferenz nahelegt. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode will die Kommunion ebenfalls in Einzelfällen öffnen. Auch der Hamburger Bischof empfiehlt den Seelsorgern in seiner Diözese in einem Schreiben die Orientierungshilfe. Er persönlich sehe in dem dort angedeuteten Weg eine Möglichkeit, wie es zu einem verantworteten Sakramentenempfang im Einzelfall kommen könne, schreibt Heße. Auch aus Paderborn war bekannt geworden, dass Erzbischof Hans-Josef Becker in Einzelfällen die Teilnahme protestantischer Ehepartner an der Kommunion ermöglichen wolle. Die deutschen Bischöfe hatten in einer im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit verabschiedeten „Orientierungshilfe“ betont, evangelische Ehepartner könnten im Einzelfall und unter bestimmten Voraussetzungen die Kommunion empfangen. Jeder Bischof soll selbst über den konkreten Umgang mit dem Thema in seiner Diözese entscheiden. (kap u. vn v. 3. 7.)

     

  • Die Internationale Anglikanisch-Katholische Kommission (ARCIC) hat eine Erklärung über die Kirche als lokale und universale Gemeinschaft veröffentlicht. In dem 68-seitigen Dokument geht es um die gemeinsamen theologischen Prinzipien beider Kirchen, um die unterschiedlichen Strukturen der Entscheidungsfindung sowie um die Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Der Text „Walking Together on the Way: Learning to be Church - Local, Regional, Universal" wurde bereits bei einer Tagung im Mai 2017 in Erfurt verabschiedet, aber erst am 2. Juli veröffentlicht. Die Erklärung soll als Grundlage für weitere Diskussionen gelten. Der australische Theologe Ormond Rush legte das Papier im Namen des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen vor und betonte, es gebe viele Parallelen zwischen den Möglichkeiten des Lernens für die römisch-katholische Kirche, die in dem Dokument vorgeschlagen sind, und der Vision, die Papst Franziskus für die Erneuerung der Kirche gemäß des Zweiten Vatikanischen Konzils habe. Das Dokument legt auch die Notwendigkeit für die römisch-katholische Kirche nahe, die Autorität der Bischofskonferenzen klarer zu umreißen. Die Erklärung sei – methodisch und substanziell – ein bedeutender Schritt nach vorn für die katholisch-anglikanische Ökumene, hieß es von römisch-katholischen Beteiligten. Die anglikanischen Mitglieder lobten das „Bekenntnis zur Einheit". Sie schlugen zudem vor, die römisch-katholische Praxis eines gemeinsamen Heiligenkalenders zu übernehmen sowie einen weltweiten Katechismus und ein einheitliches Kirchenrecht zu entwickeln. ARCIC begann ihre Arbeit nach dem historischen Treffen 1966 zwischen Papst Paul VI. und dem anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Michael Ramsey. (vn u. kap v. 5. 7.)

     

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