Anderes

Die Bischöfe der süditalienischen Region Kalabrien kritisieren abermals die Mafia-Organisation ´Ndrangheta. In einem Leitartikel, die auf der Internetseite der kalabrischen Bischofskonferenz veröffentlicht wurde, beschreiben sie die Organisierte Kriminalität als „Anti-Evangelium“. Die Bischöfe weisen darauf hin, dass sich heute noch viele Mythen um eine Bindung zwischen der römisch-katholischen Kirche und der mafiaähnlichen Organisation ranken. Wer Gewalt anwende und Geld verherrliche, habe die christliche Botschaft nicht verstanden. Bei der ´Ndrangheta handelt es sich um Familienclans, die heute im Drogen- und Waffengeschäft weltweit tätig sind. Die Struktur der Organisation kennt jedoch auch viele pseudo-religiöse Elemente und Rituale, die ebenfalls von den Bischöfen kritisiert werden. (www.de.radiovaticana.va v. 7. 1.)

 

Der Bischof von Charleston (USA), Robert Guglielmone, spricht sich gegen das Todesurteil für den Attentäter Dylann Roof aus. Die römisch-katholische Kirche sei eine strikte Gegnerin der Todesstrafe und erinnere alle Menschen daran, dass das Leben heilig sei, betonte er in einer am 12. Jänner auf der Webseite der Diözese veröffentlichten Stellungnahme. Das Recht auf Leben gehe dem Bischof zufolge vor allen anderen Rechten, da es selbst für den schlimmsten Sünder die Möglichkeit der Umkehr offenlasse. Statt der Todesstrafe sollte der Attentäter Mitgefühl und Barmherzigkeit erfahren. Schließlich hätten auch mehrere Familien der Opfer bekundet, dass sie dem Täter verziehen haben. Die US-amerikanische Ordensfrau und prominente Gegnerin der Todesstrafe, Helen Prejean, hat sich auch gegen das Urteil ausgesprochen. Im Juni 2015 hatte Roof von rassistischem Hass angetrieben neun afroamerikanische Gemeindemitglieder in einer Kirche in Charleston, South Carolina, während einer Bibelstunde getötet. Er hatte sich ausdrücklich zur Tat bekannt und sich vor Gericht selbst als Rassist bezeichnet. (www.de.radiovaticana.va v. 13. 1.)

 

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der Sultan von Oman, Qabus bin Said, hat wesentlichen Anteil an der Freilassung des indischen Salesianerpaters Thomas Uzhunnalil in Jemen. Der von jemenitischen IS-Terroristen im März 2016 entführte Priester wurde am 12. September freigelassen, nachdem sich Sultan Qabus sehr energisch für ihn eingesetzt hatte. Auch die Indische Diplomatie war seit Monaten darum bemüht. (CSI-Zeitung 10/2017)

     

  • In einer Kirche zu Mittag essen – darf man das? Diese Frage kam nach dem Papstbesuch in Bologna am 1. Oktober auf. Dort nämlich lud Papst Franziskus Flüchtlinge, Bedürftige und Gefängnisinsassen zum Mittagessen in die Basilika des heiligen Petronius unweit der Kathedrale. Die Bilder des Mahls in der Kirche erhitzten die Gemüter, ob damit nicht die „Sakralität des Ortes“ entweiht werde. Das Kirchenrecht verbietet im Kirchenraum alles, „was mit der Heiligkeit des Ortes unvereinbar ist“. Der Papstvertraute Antonio Spadaro, Leiter der Jesuiten-Zeitschrift „Civiltà Cattolica“, hat eine klare Antwort: „Die Heiligkeit des Ortes wird in keiner Weise durch die karitative Handlung angegriffen. Das gilt vor allem in einer geordneten Situation, wie es am Sonntag geschehen ist […] Papst Franziskus hat im Kirchgebäude mit Armen und Benachteiligten gegessen, das ist eine hohe Handlung der barmherzigen Liebe und somit ein grundlegendes Prinzip des Christentums. Ich würde sogar sagen, diese Geste unterstreicht den Einsatz der Kirche am Dienst an den Nächsten. […] Der Herr hat doch gerade dieses Bild des Mahles am Tisch für die Eucharistie ausgewählt. Deshalb finde ich es sehr schön, dass das Brot miteinander geteilt wird. Das schenkt doch der Eucharistiefeier sogar noch mehr Würde und Güte.“ In diesem Zusammenhang wurde in den Kommentaren kritisiert, dass die derzeitige Eucharistiefeier viel zu wenig eine „Essensfeier“ wäre. (rv v. 4. 10.; JA v. 15. 10.)

     

  • Die römisch-katholische und die evangelische Kirche von Berlin und Brandenburg bietet nun auch einen konfessionsübergreifenden Religionsunterricht an. Die Bischöfe Heiner Koch und Markus Dröge werden am 6. Oktober einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Der kooperative Unterricht sei jedoch nur für diejenigen Fälle gedacht, wo die erforderliche Gruppengröße für konfessionellen Unterricht nicht erreicht wird oder aufgrund von Lehrermangel nicht unterrichtet werden kann. In beiden Bundesländern ist Religion kein ordentliches Schulfach. (kna u. rv [= de.radiovaticana.va] v. 4. 10.; JA v. 15. 10.)

     

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