Auch die Muslime sollten eine „Heilige Pforte der Barmherzigkeit“ öffnen, so der ungewöhnliche Vorschlag aus dem Vatikan.

Das sagt der Missions-Verantwortliche des Papstes, Kardinal Fernando Filoni. „Im Herzen des Islam steht doch ein vor allem barmherziger Gott“, sagte Filoni im Gespräch mit Radio Vatikan. „Im Herzen des Islam steht Barmherzigkeit, auch wenn man ihr manchmal die Flügel beschneidet, sie vergisst oder beiseite schiebt. Wir wissen, dass Barmherzigkeit einer der 99 Namen ist, unter denen Gott, Allah, angerufen wird!“ Kardinal Filoni äußerte sich in dem Interview vor allem zur Papstreise nach Afrika. Franziskus hatte unter anderem in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, Bangui, eine „Heilige Pforte“ geöffnet und damit eine Art Vorpremiere des „Heiligen Jahres der Barmherzigkeit“ geliefert, das offiziell erst am 8. Dezember von Rom aus startet. „Wir Christen öffnen eine Heilige Pforte, die die Pforte der Barmherzigkeit ist – und jetzt erwarten wir uns, dass auch unsere muslimischen Brüder, die an einen barmherzigen Gott glauben, ebenfalls eine Heilige Pforte öffnen. Auch für sie ist das die Pforte der göttlichen Barmherzigkeit, die angewandt, praktiziert werden muss, indem man die Waffen wegwirft“, sagte Kardinal Filoni. (http://de.radiovaticana.va vom 4. 12.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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