Papst Franziskus lässt sich nicht einschüchtern und nennt die Verbrechen am armenischen Volk im Ersten Weltkrieg das, was es nach den meisten seriösen Historikern war: einen Völkermord.

Während eines Gottesdienstes mit Katholiken des armenischen Ritus sprach er am 12. April vom „ersten Genozid des 20. Jahrhunderts“. Der Vatikan hatte diplomatisch den Inhalt der Predigt in diesem Punkt bis zum Schluss offen gelassen, um den Besuch von Botschaftern, die Sanktionen von Seiten der Türkei befürchten könnten, nicht zu gefährden. Mit dem armenisch-apostolischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. und dem armenisch-katholischen Patriarchen Karekin II. war auch der armenische Staatspräsident Sersch Sargsjan anwesend. (JA v. 26. 4. und viele Zeitungen vom 14. u. 15. April)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Zeichen der Erinnerung an die vor fünf Jahren in Libyen ermordeten „koptischen Märtyrer“ sind in der oberägyptischen Stadt Samalut ein Denkmal sowie ein Museum eröffnet worden. (JA v. 1. 3.)

     

  • Anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März hat die islamische und römisch-katholische Theologin Shahrzad Houshmand einen Schulterschluss gläubiger Frauen verschiedener Religionen für Gerechtigkeit angeregt. Die Iranerin, die dem Frauenrat des päpstlichen Kulturrates angehört, nahm an einer interreligiösen Frauenveranstaltung in Rom teil – und würdigte dabei die „Erklärung zur Geschwisterlichkeit aller Menschen“ von Abu Dhabi als wegweisend. Shahrzad Houshmand, Vizepräsidentin der Internationalen Vereinigung „Religious for Peace“ in Italien, meinte: „Wenn dann die Frauen des Glaubens sich vereinen, um auf den Schrei der Menschheit zu antworten, ein Schrei um Geschwisterlichkeit und menschliche Werte, dann wird das sicher ein großes Echo haben zugunsten der Menschheit.“ Die doppelte Theologin Houshmand hält die Abu-Dhabi-Erklärung für „orthodox und revolutionär zugleich“: „Es gibt ein enormes gemeinsames Erbe an Werten, wenden wir uns also diesen gemeinsamen Werten zu, die eingeprägt sind im Herzen jedes menschlichen Wesens. Das ist in sich schon eine wichtige Botschaft.“ (vn v. 3. 3.)

     

  • Zum Zeichen der Einheit der Orthodoxie wurde in der serbisch-orthodoxen Mariä Geburt-Kirche in Wien-Neulerchenfeld die Panorthodoxe Vesper zum „Sonntag der Orthodoxie" gefeiert. Dem Gottesdienst standen Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) vor. Mit ihnen feierten viele orthodoxe Geistliche und Gläubige aus unterschiedlichen Jurisdiktionen, darunter auch der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Nicolae Dura. Metropolit Arsenios sagte in seinem Schlusswort: „Wir sind eine Kirche. Wenn eine Ortskirche leidet, leidet die ganze Orthodoxie mit." Er hob als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz die gute Situation der Orthodoxie in Österreich hervor. Das sei auch der „brüderlichen Liebe" der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu danken. Dankbar erinnerte der Bischof daran, dass die Erzdiözese Wien im Jahr 2010 beschlossen hatte, die Neulerchenfelder Kirche der serbisch-orthodoxen Kirche zu übergeben. (kap v. 9. 3.)

     

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