Der peruanische Befreiungstheologe Gustavo Gutierrez, der noch von Papst Benedikt XVI. kritisiert und gemieden wurde, darf erlaubterweise im Vatikan bei einer Pressekonferenz auftreten und im „Osservatore Romano“ schreiben.

So verweist Gustavo Gutierrez in der aktuellen Ausgabe der päpstlichen Zeitung auf die unverminderte Aktualität dieser vom Vatikan lange beargwöhnten Bewegung hin. Das soziologische Verständnis von Armut, das der Befreiungstheologie ursprünglich zugrunde liege, sei auch heute noch gültig, "trotz unserer Grenzen", schreibt der peruanische Dominikaner in einem Gastbeitrag. Armut sei im Zeitalter der Globalisierung kein rein wirtschaftliches Phänomen mehr, so Gutierrez. Sie habe auch ethnische, kulturelle und geschlechtsbezogene Aspekte. Am 13. Mai tritt der lateinamerikanische Ordensmann darüber hinaus zum ersten Mal bei einer offiziellen Pressekonferenz im Vatikan auf. Anlass ist die Vorstellung der 20. Generalversammlung des Weltcaritas-Dachverbands (Caritas Internationalis). (Kathweb/KAP v. 8. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Zeichen der Erinnerung an die vor fünf Jahren in Libyen ermordeten „koptischen Märtyrer“ sind in der oberägyptischen Stadt Samalut ein Denkmal sowie ein Museum eröffnet worden. (JA v. 1. 3.)

     

  • Anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März hat die islamische und römisch-katholische Theologin Shahrzad Houshmand einen Schulterschluss gläubiger Frauen verschiedener Religionen für Gerechtigkeit angeregt. Die Iranerin, die dem Frauenrat des päpstlichen Kulturrates angehört, nahm an einer interreligiösen Frauenveranstaltung in Rom teil – und würdigte dabei die „Erklärung zur Geschwisterlichkeit aller Menschen“ von Abu Dhabi als wegweisend. Shahrzad Houshmand, Vizepräsidentin der Internationalen Vereinigung „Religious for Peace“ in Italien, meinte: „Wenn dann die Frauen des Glaubens sich vereinen, um auf den Schrei der Menschheit zu antworten, ein Schrei um Geschwisterlichkeit und menschliche Werte, dann wird das sicher ein großes Echo haben zugunsten der Menschheit.“ Die doppelte Theologin Houshmand hält die Abu-Dhabi-Erklärung für „orthodox und revolutionär zugleich“: „Es gibt ein enormes gemeinsames Erbe an Werten, wenden wir uns also diesen gemeinsamen Werten zu, die eingeprägt sind im Herzen jedes menschlichen Wesens. Das ist in sich schon eine wichtige Botschaft.“ (vn v. 3. 3.)

     

  • Zum Zeichen der Einheit der Orthodoxie wurde in der serbisch-orthodoxen Mariä Geburt-Kirche in Wien-Neulerchenfeld die Panorthodoxe Vesper zum „Sonntag der Orthodoxie" gefeiert. Dem Gottesdienst standen Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) vor. Mit ihnen feierten viele orthodoxe Geistliche und Gläubige aus unterschiedlichen Jurisdiktionen, darunter auch der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Nicolae Dura. Metropolit Arsenios sagte in seinem Schlusswort: „Wir sind eine Kirche. Wenn eine Ortskirche leidet, leidet die ganze Orthodoxie mit." Er hob als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz die gute Situation der Orthodoxie in Österreich hervor. Das sei auch der „brüderlichen Liebe" der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu danken. Dankbar erinnerte der Bischof daran, dass die Erzdiözese Wien im Jahr 2010 beschlossen hatte, die Neulerchenfelder Kirche der serbisch-orthodoxen Kirche zu übergeben. (kap v. 9. 3.)

     

Artikelempfehlungen

Sie startet einen Masterlehrgang „Interreligiöser Dialog: Begegnung von Juden, Christen und Muslimen“. 22...