Der Vatikan installiert erstmals ein weibliches Beratungsgremium für eine Kurienbehörde, und zwar für den Päpstlichen Kulturrat.

Ins Leben gerufen wurde das Gremium vom Präsidenten des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi. Rund 20 Frauen, darunter Professorinnen, Mütter, Diplomatinnen, Journalistinnen und politische Aktivistinnen sollen dem vatikanischen Kulturministerium laufend Tipps und Anregungen aus der Sicht von Frauen vermitteln. Unter den Mitgliedern ist auch die italienische Franziskanerin Sr. Mary Melone, die erste Rektorin der Päpstlichen Universität Antonianum in Rom. In seiner Begrüßungsansprache sagte Kardinal Ravasi, er freue sich darauf, den Rat der Frauen anzuhören und sich von ihren Einsichten herausfordern zu lassen. Er gilt als einer der Kurienkardinäle, die sich für mehr Frauen an der Kirchenspitze einsetzen. Im April hatte Sr. Melone in einem "Radio Vatikan"-Interview mit ihrem Vorschlag einer "Synode der Frauen" analog zur katholischen Weltbischofssynode aufhorchen lassen. In diesem Beratungsorgan müssten Frauen aktiven Raum erhalten, um in der Kirche mitgestalten zu können. Frauen bräuchten eine Stimme, "die als Autorität anerkannt ist", sagte die Theologin und Philosophin damals in dem Interview. Ein stärkerer weiblicher Einfluss im Bereich der kirchlichen Bildung sei unabdingbar für eine neue Vision in der Kirche. Dazu zählte Sr. Melone etwa den häufigeren Einsatz weiblicher Lehrkräfte in Priesterseminaren und eine Vertiefung der sogenannten "Theologie der Frau". Letzteres hat auch Papst Franziskus bereits gefordert. Es gehe nicht darum, über die Frauen zu sprechen, sondern mit ihnen. (Kathweb/KAP v. 24. 6.; JA v. 5. 7.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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