Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) fordert von den islamischen sudanesischen Gerichten die sofortige Freilassung von Mariam Jahja Ibrahim Ishag.

Weil der Vater ein Muslim ist, gilt sie als eine Muslima, obwohl sie christlich erzogen wurde und einen Christen geheiratet hat. Nach dem Ende der Kindheit ihrer zwei Kinder muss sie erhängt werden. „Es gibt keinen Zwang in der Religion“, zitiert die IGGiÖ  Sure 2:256 des Koran. Religionsfreiheit als Menschenrecht sei „ein hohes Gut, das sich mit islamischen Werten deckt“. Darum sei das Vorgehen des sudanesischen Gerichts für die IGGiÖ „nicht nachvollziehbar und schadet dem Ansehen des Islams  …  Als Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich appellieren wir also an die Verantwortlichen im Sudan, die Freilassung der inhaftierten jungen Frau zu veranlassen“. (religion.ORF.at v. 5.6.)

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Nach dem Rücktritt der Frauensprecherin des Obersten Rats der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) verspricht Präsident Ümit Vural mehr Posten für Frauen und mahnt zu mehr Frauen in Leitungsfunktionen und Moscheen. Vural reagiert nach dem Rücktritt mit einem Schuldeingeständnis: „Eines lässt sich nicht leugnen: In den politischen Entscheidungsgremien unserer Glaubensgemeinschaft sind Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Die Gleichbehandlung von Frauen in unseren Reihen ist bei weitem noch nicht verwirklicht.“ Mit diesem Vorhaben sei er angetreten. „Was verpasst wurde, gilt es nun nachzuholen.“ Konkret plant er, bis zur nächsten Sitzung des Schura-Rats, des Parlaments der IGGÖ, weitere Posten im Obersten Rat freizumachen. Das könne aber nur ein erster Schritt sein, so Vural. Vural nützt seine Botschaft auch zu einer Mahnung „an die Herren in der IGGÖ": „Geschlechterungleichheit ist eine Tatsache, die in unserer Gemeinschaft noch nicht überwunden ist.“ Man müsse daher mehr Frauen in der Leitung und Administration einsetzen. Denn, so Vural, „wir dürfen uns nicht weiter der Hälfte unseres Potenzials berauben“. (diepresse.com v. 12. 6.)

     

  • Der maltesische Bischof Mario Grech fordert für die Zeit nach der Corona-Krise seelsorgliche Reformen: „Es wäre Selbstmord, danach wieder zu denselben Modellen wie vorher zurückzukehren“. Er schlug vor, die Bedeutung von „Hauskirchen“ wieder zu entdecken. Was sie leisten könnten, sei während der Ausgangssperren deutlich geworden. Leider hätten Jahrhunderte des Klerikalismus das „Charisma der Familie als Hauskirche“ verdunkelt, dem gelte es nun gegenzusteuern und dafür die entsprechenden Strukturen zu schaffen. Grech nannte auch die „Synodalität“ als wichtige, künftige Priorität der Kirche. Es sei wichtig, dass Papst Franziskus diesen Begriff zum Thema der Bischofssynode von 2022 gewählt habe. Der maltesische Bischof ist Stellvertreter des Synoden-Generalsekretärs, Kardinal Lorenzo Baldisseri, und wird bei der Konferenz eine wichtige Rolle spielen. (vn v. 1. 6.)

     

  • Evangelische und römisch-katholische Theologen in Deutschland haben an Papst Franziskus appelliert, die historische Bannbulle von Papst Leo X. (1513-21) gegen den Reformator Martin Luther (1483-1546) außer Kraft zu setzen. Zugleich solle der Lutherische Weltbund (LWB) das Verdikt Luthers gegen den Papst als „Antichrist" zurücknehmen, heißt es in der zu Pfingsten veröffentlichten Erklärung des Altenberger Ökumenischen Gesprächskreises (AÖK) „Versöhnung nach 500 Jahren". Beide Verurteilungen stünden nach wie vor „wie Prellböcke" einer offiziellen gegenseitigen Anerkennung der evangelischen und römisch-katholischen Kirche im Wege, sagte der frühere Kölner Ökumene-Pfarrer Hans-Georg Link dem Evangelischen Pressedienst. Der bevorstehende 500. Jahrestag der Exkommunikation Luthers am 3. Jänner 2021 sei ein angemessener Zeitpunkt, diesen Anstoß endgültig aus dem Weg zu räumen. Die ökumenischen Bemühungen und Gespräche zwischen Katholiken und Lutheranern seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hätten dazu beigetragen, die damaligen Ereignisse in einem neuen Licht zu sehen. An die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland richtet der AÖK die Bitte um ein gemeinsames öffentliches Wort des Bedauerns über die damaligen Vorgänge und der Hoffnung auf Überwindung der gegenseitigen Verurteilungen. Dem 1999 in Altenberg bei Köln begründeten Kreis gehören nach eigenen Angaben rund 30 Theologinnen und Theologen an, unter ihnen die Tübinger Professorin für Dogmatik, Johanna Rahner, und die Direktorin des Ökumenischen Instituts an der Universität Münster, Dorothea Sattler. Eine gemeinsame Gedenkveranstaltung von Lutheranern und Katholiken soll in Rom stattfinden. Der Präsident des päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, erklärte dazu: „Geschehenes können wir nicht auslöschen. Aber wir müssen darum besorgt sein, dass die Last der Vergangenheit nicht Zukunft verunmöglicht." (kap v. 4. 6.)

     

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