Die mit Rom unierte ukrainische griechisch-katholische Kirche hat mit der der ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche (Erzeparchie Charkow und Poltawa) einen Unionsprozess eingeleitet.

Kurz vor Weihnachten fand das bisher letzte Unionstreffen zwischen dem unierten Großerzbischof von Kiew und Halytsch, Swjatoslaw (Schewtschuk), und dem orthodoxen Erzbischof Ihor (Isitschenko) statt. Großerzbischof Swjatoslaw unterstrich dabei die Notwendigkeit „absoluter Transparenz“ beim Vereinigungsprozess. Priester und Laien beider Kirchen müssten involviert werden. Nach Angaben der Website der Erzeparchie Charkow und Poltawa betonte das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, dass das Ziel der Vereinigung der beiden Kirchen „irreversibel und außer Diskussion“ sei und einhellige Zustimmung gefunden habe. Bei dem Unionstreffen am Sitz des Großerzbischofs hatten die teilnehmenden Priester Gelegenheit, ihre Sichtweise darzulegen und direkte Fragen an Großerzbischof Swjatoslaw zu richten. Erzbischof Ihor unterstrich, dass das Ziel des Vereinigungsprozesses eine einheitliche „Kirche von Kiew“ sei, wobei zugleich das „spirituelle Erbe“ der ukrainischen autokephalen orthodoxen Kirche – die allerdings von der Weltorthodoxie nicht anerkannt ist – als Teil des gemeinsamen christlichen Erbes der Ukraine „geschützt und bewahrt“ werden solle. (redaktion.kathpress.at vom 11. 1.; www.pro-oriente.at vom 17. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die Kultur- und Jugendministerin der Vereinigten Arabischen Emirate, Noura Al Kaabi, kritisierte die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee und betonte, die Kulturschätze der Menschheit – wie die Hagia Sophia – müssten „in ihrem Wert und in ihrer Funktion“ bewahrt werden, sie dürften nicht „unpassend“ verwendet oder für „persönliche Zwecke instrumentalisiert“ werden. Die Entscheidung der türkischen Politik betreffe zutiefst die ganze Menschheit, weil es sich bei der Hagia Sophia um eine UNESCO-Welterbe-Stätte von „außerordentlichem Wert für alle Völker und Kulturen“ handle. Die Hagia Sophia sei „eine Brücke zwischen unterschiedlichen Menschen, […] ein wichtiges Beispiel der Interaktion und des Dialogs zwischen Asien und Europa und sollte ein harmonisches Zeugnis menschlicher Geschichte bleiben“. (JA v. 2. 8.)

     

  • Im Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ plädiert Dr. Julia Knop, die Dogmatikerin an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Erfurt, für einen „Mentalitätswandel“ der römisch-katholischen Kirche, weil die „Geschlechtergerechtigkeit [heute] schlichtweg unhinterfragbar ist“: „Wenn es in der Antike Diakoninnen gegeben hat, könnte es sie auch heute geben. […] Es wäre ein Wandel zum Verständnis des Weiheamtes, das geerdet ist, das rechenschaftspflichtig ist und nicht den Amtsträger in den Himmel lobt und zu einer besonderen Mittlergestalt stilisiert. Ein Wandel zu einem kirchlichen System, das heutigen Standards von Transparenz und Kontrolle, von Gewaltenteilung und Geschlechtergerechtigkeit entspricht. Zu einer Kirche, die glaubwürdig ist.“ (SN vom 1. 8.)

     

  • Vor einigen Monaten noch gab es im palästinensischen Gaza-Streifen noch keine Corona-Infektionen. Pater Romanelli sagte im Radio Vatikan „Für mich war es ein Wunder. Da wir schon damals ahnten, was auf uns zukommen könnte – haben wir die Zeit genutzt: Wir haben Aktivitäten im Freien organisiert, und natürlich Gottesdienste, aber auch Seminare und Ausflüge ans Meer. […] Mit solchen Angeboten hilft die Kirche tausenden Menschen und zwar Mitbürgern christlichen wie muslimischen Glaubens. […] Wir haben auch Wettkämpfe für die jungen Leute organisiert, Angebote für Kinder und ein besonderes Programm im Marienmonat Mai. Immer haben ganz viele Leute mitgemacht, auch die griechisch-Orthodoxen. Ökumene ist für uns Alltag.“ Doch jetzt wurden die ersten vier Fälle von Corona im Flüchtlingslager Al-Mughasi entdeckt, in dem etwa 120.000 Menschen leben. Die Hamas-Regierung verhängte einen zweitägigen Lockdown. „Viele Menschen haben keine Hoffnung. Es gibt natürlich immer Leute, die nicht einverstanden sind und sich beschweren.“ Von daher ist Pater Romanelli froh, wenn er und seine Gemeinde den Menschen Hilfe und Hoffnung bringen können – und zwar egal, welcher Religion sie angehören. (vn v. 27. 8.)

     

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