Eine deutsche Ordensoberin rät Frauen, mit Kreativität gegen die „Wunde des Patriarchats“ in der Kirche anzugehen und sich von einer „strukturellen Ohnmachtsposition” nicht entmutigen zu lassen.

Wer „an der Wunde des Patriarchats nicht verbluten” wolle, werde Kreativität brauchen, um mit Widersprüchen und Paradoxien umzugehen und pastorale Handlungspotenziale mutig auszuschöpfen, sagte Schwester Katharina Ganz bei einem Vortrag in Innsbruck bei der 50-Jahr-Feier der „Vereinigung der Frauenorden Österreichs“. Die 42-jährige Ordensfrau ist Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen in Würzburg und ausgebildete Soziologin und Theologin. Aus der Kirche auszutreten, hält die Oberin nicht für den richtigen Weg. Reformen könnten nur von innen vollbracht werden, so die Ordensfrau im Gespräch mit „Kathpress” am Rande des Vortrags. Sie rät, „dran zu bleiben, Wunden und offene Fragen zu erkennen und deutlich zu machen, dass die Kirche an einer ganz besonderen Stelle leidet”. Dem Papst traut Katharina Ganz einige Änderungen zum Positiven in Bezug auf eine Neupositionierung der Frau innerhalb der Kirche zu. Seine Forderung nach einer gründlichen Theologie der Frau, das Nachdenken über die Funktion von Christinnen im Inneren der Kirche und sein Bestreben, auch Frauen an entscheidenden kirchlichen Positionen einzusetzen, ließen auf Taten hoffen. Sr. Ganz erkennt an, „dass es eine Zeit dauert, einen absolutistischen Machtapparat zu reformieren“. Dennoch hofft sie, „dass er wirklich entscheidende Reformen zustande bringt“. Die Kirche tue sich leider schwer mit der Sichtweise, dass auch Frauen Christus symbolisieren und darstellen könnten. Von den Frauen wünscht sich Sr. Ganz mehr Mut. Ordensfrauen etwa hätten viele ihrer Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Sie sprach z. B. davon, neue liturgische Ausdrucksweisen für die wichtigen Lebenswenden zu entwickeln. „Das braucht die Kirche.” (www.de.radiovaticana.va u. kap u. https://www.kathpress.at vom 30. 4.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Zeichen der Erinnerung an die vor fünf Jahren in Libyen ermordeten „koptischen Märtyrer“ sind in der oberägyptischen Stadt Samalut ein Denkmal sowie ein Museum eröffnet worden. (JA v. 1. 3.)

     

  • Anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März hat die islamische und römisch-katholische Theologin Shahrzad Houshmand einen Schulterschluss gläubiger Frauen verschiedener Religionen für Gerechtigkeit angeregt. Die Iranerin, die dem Frauenrat des päpstlichen Kulturrates angehört, nahm an einer interreligiösen Frauenveranstaltung in Rom teil – und würdigte dabei die „Erklärung zur Geschwisterlichkeit aller Menschen“ von Abu Dhabi als wegweisend. Shahrzad Houshmand, Vizepräsidentin der Internationalen Vereinigung „Religious for Peace“ in Italien, meinte: „Wenn dann die Frauen des Glaubens sich vereinen, um auf den Schrei der Menschheit zu antworten, ein Schrei um Geschwisterlichkeit und menschliche Werte, dann wird das sicher ein großes Echo haben zugunsten der Menschheit.“ Die doppelte Theologin Houshmand hält die Abu-Dhabi-Erklärung für „orthodox und revolutionär zugleich“: „Es gibt ein enormes gemeinsames Erbe an Werten, wenden wir uns also diesen gemeinsamen Werten zu, die eingeprägt sind im Herzen jedes menschlichen Wesens. Das ist in sich schon eine wichtige Botschaft.“ (vn v. 3. 3.)

     

  • Zum Zeichen der Einheit der Orthodoxie wurde in der serbisch-orthodoxen Mariä Geburt-Kirche in Wien-Neulerchenfeld die Panorthodoxe Vesper zum „Sonntag der Orthodoxie" gefeiert. Dem Gottesdienst standen Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) vor. Mit ihnen feierten viele orthodoxe Geistliche und Gläubige aus unterschiedlichen Jurisdiktionen, darunter auch der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Nicolae Dura. Metropolit Arsenios sagte in seinem Schlusswort: „Wir sind eine Kirche. Wenn eine Ortskirche leidet, leidet die ganze Orthodoxie mit." Er hob als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz die gute Situation der Orthodoxie in Österreich hervor. Das sei auch der „brüderlichen Liebe" der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu danken. Dankbar erinnerte der Bischof daran, dass die Erzdiözese Wien im Jahr 2010 beschlossen hatte, die Neulerchenfelder Kirche der serbisch-orthodoxen Kirche zu übergeben. (kap v. 9. 3.)

     

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