„Gott ist ein Gott der Überraschungen… Wer sind wir, dass wir uns anmaßen dürften, Türen zu schließen, die der Heilige Geist öffnen will?“, so Papst Franziskus in einer Predigt.

In seiner Frühmesse im Vatikan-Gästehaus Santa Marta sagte er am 12. 5., der Geist Gottes wehe, wo er wolle, man dürfe sich ihm nicht in den Weg stellen. „Wenn der Herr uns den Weg zeigt, wer sind wir dann, dass wir sagen könnten: Nein, Herr, nicht da entlang, das ist nicht vernünftig? …  Und Petrus trifft in seinem ersten Bistum, Antiochien, diese Entscheidung: Wer bin ich denn, dass ich Hindernisse aufbauen dürfte? Ein schönes Wort für Bischöfe, Priester, auch für Christen im Allgemeinen: Wer sind wir denn, dass wir Türen schließen dürften? In der alten Kirche gab es das Amt des Türöffners - der ließ die Leute eintreten. Aber ein Amt des Türschließers hat es in der Kirche nie gegeben! …  Es ist der Heilige Geist, der die Kirche aggiorniert, also ins Heute bringt. Wir Christen sollten vom Herrn die Gabe des Gehorsams gegenüber dem Heiligen Geist erbitten. Gehorsam dem Geist gegenüber, der in unserem Herzen spricht, der durch die Umstände des Lebens spricht. Der durch das kirchliche Leben zu uns spricht.“ (www.radiovaticana.va  vom 12. 5.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

Artikelempfehlungen

Die griechisch-orthodoxe Theologin Dimitria Koukoura der Universität Thessaloniki sprach über den Beitrag der...
An der Heiligsprechung von Papst Johannes XXIII. ist bemerkenswert, dass man dafür vom notwendigen anerkannten Wunder...