Während des Besuchs von Papst Franziskus auf Sri Lanka vom 13. – 15. Jänner gab es ein vielbeachtetes interreligiöses Treffen mit führenden Buddhisten, Hinduisten und Moslems im Konferenzzentrum von Colombo.

Der Papst erneuerte den Wunsch nach einem fruchtbaren Dialog der Religionen und erinnerte an die Konzilserklärung „Nostra Aetate“, dass die katholische Kirche nichts von dem ablehne, „was in diesen Religionen wahr und heilig ist“. Während der Zusammenkunft wurden nacheinander ein buddhistischer Gebetsgesang, ein hinduistisches und ein islamisches Segensgebet gesprochen. Ein buddhistischer Delegierter sprach beeindruckende Worte: „Die Liebe der Mutter für ihr Kind ist weder buddhistisch noch christlich. Sie ist mütterlich. Auf genau diese Art und Weise gehören weder die Werte wie Liebe, Selbstopferung, Freundlichkeit, Frieden und Freundschaft noch die bösen Eigenschaften wie Hass, Eifersucht und Stolz zu einer bestimmten Religion. Das sind Werte und Unwerte, die der Menschheit angehören“. Außer Zeremoniell und spontan besuchte der Papst einen buddhistischen Tempel, zog der Sitte gemäß seine Schuhe aus und hörte, als zwei Buddha-Schüler einen Gebetsgesang anstimmten, nach den Worten des Vatikansprechers „mit großem Respekt zu“. Der neue Staatspräsident von Sri Lanka, Maithripala Sirisena, nannte den Papstbesuch einen „Segen“ für sein Land. (http://de.radiovaticana.va vom 15. 1.; JA v. 25. 1.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Die Kultur- und Jugendministerin der Vereinigten Arabischen Emirate, Noura Al Kaabi, kritisierte die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee und betonte, die Kulturschätze der Menschheit – wie die Hagia Sophia – müssten „in ihrem Wert und in ihrer Funktion“ bewahrt werden, sie dürften nicht „unpassend“ verwendet oder für „persönliche Zwecke instrumentalisiert“ werden. Die Entscheidung der türkischen Politik betreffe zutiefst die ganze Menschheit, weil es sich bei der Hagia Sophia um eine UNESCO-Welterbe-Stätte von „außerordentlichem Wert für alle Völker und Kulturen“ handle. Die Hagia Sophia sei „eine Brücke zwischen unterschiedlichen Menschen, […] ein wichtiges Beispiel der Interaktion und des Dialogs zwischen Asien und Europa und sollte ein harmonisches Zeugnis menschlicher Geschichte bleiben“. (JA v. 2. 8.)

     

  • Im Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ plädiert Dr. Julia Knop, die Dogmatikerin an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Erfurt, für einen „Mentalitätswandel“ der römisch-katholischen Kirche, weil die „Geschlechtergerechtigkeit [heute] schlichtweg unhinterfragbar ist“: „Wenn es in der Antike Diakoninnen gegeben hat, könnte es sie auch heute geben. […] Es wäre ein Wandel zum Verständnis des Weiheamtes, das geerdet ist, das rechenschaftspflichtig ist und nicht den Amtsträger in den Himmel lobt und zu einer besonderen Mittlergestalt stilisiert. Ein Wandel zu einem kirchlichen System, das heutigen Standards von Transparenz und Kontrolle, von Gewaltenteilung und Geschlechtergerechtigkeit entspricht. Zu einer Kirche, die glaubwürdig ist.“ (SN vom 1. 8.)

     

  • Vor einigen Monaten noch gab es im palästinensischen Gaza-Streifen noch keine Corona-Infektionen. Pater Romanelli sagte im Radio Vatikan „Für mich war es ein Wunder. Da wir schon damals ahnten, was auf uns zukommen könnte – haben wir die Zeit genutzt: Wir haben Aktivitäten im Freien organisiert, und natürlich Gottesdienste, aber auch Seminare und Ausflüge ans Meer. […] Mit solchen Angeboten hilft die Kirche tausenden Menschen und zwar Mitbürgern christlichen wie muslimischen Glaubens. […] Wir haben auch Wettkämpfe für die jungen Leute organisiert, Angebote für Kinder und ein besonderes Programm im Marienmonat Mai. Immer haben ganz viele Leute mitgemacht, auch die griechisch-Orthodoxen. Ökumene ist für uns Alltag.“ Doch jetzt wurden die ersten vier Fälle von Corona im Flüchtlingslager Al-Mughasi entdeckt, in dem etwa 120.000 Menschen leben. Die Hamas-Regierung verhängte einen zweitägigen Lockdown. „Viele Menschen haben keine Hoffnung. Es gibt natürlich immer Leute, die nicht einverstanden sind und sich beschweren.“ Von daher ist Pater Romanelli froh, wenn er und seine Gemeinde den Menschen Hilfe und Hoffnung bringen können – und zwar egal, welcher Religion sie angehören. (vn v. 27. 8.)

     

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