Zum ersten Mal seit 1889 – nach dem Ende des I. Vatikanischen Konzils 1870 – wurde eine offizielle Delegation der Altkatholischen Kirche von einem Papst in Privataudienz empfangen.

Mit Kurienkardinal Kurt Koch und seinem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen wurden folgende Themen besprochen: Die päpstliche Unfehlbarkeit, das Verhältnis von Ortskirche zu Universalkirche, Maria, die Frauenordination und die Bezeugungsinstanzen, auf denen die Traditionen und Lehrmeinungen beider Kirchen beruhen. Kardinal Koch reagierte positiv auf die Bitte der Altkatholiken, in Zukunft zu den Bischofssynoden und ökumenischen Dialogen eingeladen zu werden. Auf dem Empfang des Papstes dankte Erzbischof Joris Vercammen, der Sprecher der Delegation der Altkatholischen Bischofskonferenz, für die Einladung in den Vatikan und betonte, dass von den Altkatholiken die einzigartige Stellung des Bischofs von Rom als „primus inter pares“ der Bischöfe immer anerkannt wurde. Allerdings müsse diese in die Synodalität der Bischöfe eingebettet bleiben. Papst Franziskus freute sich, dass bereits für viele Themen ein Konsens gefunden werden konnte. Der Weg zur Einheit sei „eine spirituelle Reise von Begegnung zur Freundschaft, von der Freundschaft zur Brüderlichkeit und von der Brüderlichkeit zur Gemeinschaft. Unterwegs ist Veränderung unvermeidlich“. Nach der Audienz besuchte man das Grab des Apostels Petrus in der Nekropole des Petersdoms, wo gemeinsam das Vaterunser gebetet wurde. (http://christkatholisch.ch  v. 30. 10.; JA v. 9. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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