Geruch der Schafe - Wie die Kaninchen - Wer bin ich zu urteilen?

 
Markante Zitate von Papst Franziskus
Karikatur: Gerhard Mester

Vatikanstadt (KNA) Seit seiner Wahl im März 2013 sorgt Papst Franziskus immer wieder mit prägnanten Aussagen für Aufmerksamkeit. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) hat einige der markantesten Zitate zusammengestellt (in chronologischer Reihenfolge):

Kirche der Armen: "Ach, wie sehr möchte ich eine arme Kirche und eine Kirche für die Armen!" (Begegnung mit Medienvertretern am 16. März 2013)

Geruch der Schafe: "Genau daher kommt die Unzufriedenheit einiger, die schließlich traurige Priester, und zu einer Art Antiquitäten- oder Neuheitensammler werden, anstatt Hirten mit dem 'Geruch der Schafe' zu sein - das erbitte ich von euch: Seid Hirten mit dem 'Geruch der Schafe', dass man ihn riecht -, Hirten inmitten ihrer Herde und Menschenfischer." (Messe am Gründonnerstag 2013)

Neue Autos: "Ich sage euch, es schmerzt mich, wenn ich einen Priester oder eine Nonne mit dem neuesten Automodell sehe: Das geht nicht!" (Ansprache am 6. Juli 2013)

Globalisierung der Gleichgültigkeit: "In dieser Welt der Globalisierung sind wir in die Globalisierung der Gleichgültigkeit geraten. Wir haben uns an das Leiden des anderen gewöhnt, es betrifft uns nicht, es interessiert uns nicht, es geht uns nichts an!" (Predigt auf der Flüchtlingsinsel Lampedusa am 8. Juli 2013)

Benedikt XVI.: "Jetzt, wo er im Vatikan wohnt, sagen mir einige: Wie kann man denn so etwas machen? Zwei Päpste im Vatikan! Stört dich das denn nicht? Macht er nicht eine Art Gegenrevolution? ... Es ist, wie wenn man einen Opa im Haus hat, einen weisen Opa. Wenn in einer Familie ein Opa zu Hause wohnt, dann wird er verehrt, geliebt, man hört ihm zu." (Auf dem Rückflug vom Weltjugendtag im Juli 2013)

Homosexualität: "Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willen hat, wer bin ich, ihn zu verurteilen?" (Auf dem Rückflug vom Weltjugendtag im Juli 2013)

Frauen und Kirche: "Die Rolle der Frau in der Kirche beschränkt sich nicht nur auf die Mutterschaft, also Mutter einer Familie zu sein... Ich denke, wir haben noch keine tiefe Theologie der Frau in der Kirche gemacht. Heute kann sie ja nur Messdiener sein oder die Lesungen lesen, oder sie ist Caritaspräsidentin. Na ja, es gibt mehr! Wir brauchen eine tiefgründige Theologie der Frau." (Auf dem Rückflug vom Weltjugendtag im Juli 2013)

Schrei nach Frieden: "Wir wollen Männer und Frauen des Friedens sein, wir wollen, dass in dieser unserer Gesellschaft, die von Spaltungen und Konflikten durchzogen wird, der Friede ausbreche! Nie wieder Krieg! Nie wieder Krieg!" (Angelus am 1. September 2013)

Kirche als Feldlazarett: "Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. Man muss einen Schwerverwundeten nicht nach Cholesterin oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen." (Interview mit der Jesuitenzeitschrift "Civilta Cattolica", September 2013)

Beichtstuhl: "Der Beichtstuhl ist kein Folterinstrument, sondern Ort der Barmherzigkeit, an dem der Herr uns anregt, das Bestmögliche zu tun." (Interview mit der Jesuitenzeitschrift "Civilta Cattolica", September 2013)

Barmherzigkeit: "Die Gefahr besteht darin, dass wir uns für gerecht halten und über die anderen urteilen... Wenn in unserem Herzen keine Barmherzigkeit ist, keine Freude der Vergebung, sind wir nicht in Gemeinschaft mit Gott, selbst wenn wir alle Gebote befolgen, denn es ist die Liebe, die rettet, nicht allein die Befolgung der Gebote." (Angelus am 15. September 2013)

Verbeulte Kirche: "Mir ist eine 'verbeulte' Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist." (Evangelii gaudium, November 2013, Nr. 49)

Diese Wirtschaft tötet: "Ebenso wie das Gebot 'Du sollst nicht töten' eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein 'Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen' sagen. Diese Wirtschaft tötet." (Evangelii gaudium, November 2013, Nr. 53)

Ungeborenes Leben: "Um die Verteidigung des Lebens der Ungeborenen, die die Kirche unternimmt, leichthin ins Lächerliche zu ziehen, stellt man ihre Position häufig als etwas Ideologisches, Rückschrittliches, Konservatives dar. Und doch ist diese Verteidigung des ungeborenen Lebens eng mit der Verteidigung jedes beliebigen Menschenrechtes verbunden." (Evangelii gaudium, November 2013, Nr. 213)

Streit in der Ehe: "Es ist normal, dass Ehepaare streiten; da ist immer irgendwas ... Vielleicht habt ihr euch geärgert, und dabei ist womöglich der ein oder andere Teller zu Bruch gegangen - aber ich bitte euch, eines nie zu vergessen: Lasst keinen Tag zu Ende gehen, ohne dass ihr euch wieder vertragen habt! Niemals, nie, nie!" (Ansprache an junge Brautpaare am 14. Februar 2014)

Papst als Superman: "Den Papst als eine Art Superman zu zeichnen, eine Art Star, scheint mir beleidigend. Der Papst ist ein Mensch, der lacht, weint, ruhig schläft und Freunde hat wie alle. Ein normaler Mensch." (Interview mit "Corriere della Sera" im März 2014)

Europa: "Von mehreren Seiten aus gewinnt man den Gesamteindruck der Müdigkeit, der Alterung, den Eindruck eines Europas, das Großmutter und nicht mehr fruchtbar und lebendig ist.... Es ist der Moment gekommen, den Gedanken eines verängstigten und in sich selbst verkrümmten Europas fallen zu lassen." (Ansprache an das Europaparlament in Straßburg am 25. November 2014)

Flüchtlinge: "Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird! Auf den Kähnen, die täglich an den europäischen Küsten landen, sind Männer und Frauen, die Aufnahme und Hilfe brauchen." (Ansprache an das Europaparlament in Straßburg am 25. November 2014)

Wie die Kaninchen: "Manche glauben, um gute Katholiken zu sein, müssten wir - entschuldigen Sie den Ausdruck - wie die Kaninchen sein. Nein. Verantwortliche Elternschaft." (Auf dem Rückflug von den Philippinen im Januar 2015)

Krieg und Umwelt: "Der Krieg ist die Negierung aller Rechte und ein dramatischer Angriff auf die Umwelt." (Aus der Rede vor der UN-Vollversammlung in New York im September 2015).

Glück und die Handy-App: "Euer Glück hat keinen Preis und wird nicht gehandelt. Es ist keine App, die auf das Handy heruntergeladen wird." (Bei einer Messe mit Jugendlichen auf dem Petersplatz im April 2016).

Kein einfaches Ja: "Ich könnte 'ja' sagen und Punkt. Aber das wäre eine zu einfache Antwort." (Auf die Frage eines Journalisten im April 2016, ob er mit dem Dokument "Amoris laetitia" konkrete neue Möglichkeiten für wiederverheiratete Geschiedene geschaffen habe).

Dem Leben dienen: "Wer nicht lebt, um zu dienen, dient nicht dem Leben." (Bei einer Generalaudienz im Juni 2016).

Reformation und Ökumene: "Wir Katholiken und Lutheraner haben begonnen, auf dem Weg der Versöhnung voranzugehen. ... Wir dürfen uns nicht mit der Spaltung und der Entfremdung abfinden, die durch die Teilung unter uns hervorgerufen wurden." (In einem Gottesdienst zum Gedenken an die Reformation am 31. Oktober 2016 im schwedischen Lund).

Vergebung und Vergessen: "Mir gefällt der Gedanke, dass der Allmächtige ein schlechtes Gedächtnis hat. Sobald er dir vergeben hat, vergisst er's. Weil er glücklich ist, zu vergeben. Für mich reicht das." (In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Avvenire" im November 2016).

Einige verstehen es nicht: "Einige - denken Sie an gewisse Entgegnungen zu 'Amoris laetitia' - verstehen es weiter nicht." (In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Avvenire" im November 2016 zum Vorwurf, nicht klar genug im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen zu sein.)

Abtreibung, Sünde und Vergebung: "Damit dem Wunsch nach Versöhnung und der Vergebung Gottes nichts im Wege stehe, gewähre ich von nun an allen Priestern die Vollmacht, kraft ihres Amtes jene loszusprechen, welche die Sünde der Abtreibung begangen haben. ... Ich möchte nochmals mit all meiner Kraft betonen, dass Abtreibung eine schwere Sünde ist, da sie einem unschuldigen Leben ein Ende setzt. Mit gleicher Kraft kann und muss ich jedoch sagen, dass es keine Sünde gibt, die durch die Barmherzigkeit Gottes nicht erreicht und vernichtet werden kann, wenn diese ein reuevolles Herz findet, das um Versöhnung mit dem Vater bittet." (Aus einem Schreiben im November 2016 zum Ende des Heiligen Jahres).