Ökumene

In Österreich haben Spitzenvertreter der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Israelischen Kultusgemeinde eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der es heißt: „Es gehört untrennbar zu unserem Selbstverständnis als religiöse Menschen, Vertriebenen und Heimatlosen Trost und Hilfe zu geben.“ (KircheIn 08/2018)

 

Junge römisch-katholische Priester aus Italien, Spanien, Frankreich, der Tschechischen Republik und Rumänien nehmen derzeit in Russland an einem „Summer Course“ teil, wie er seit mehreren Jahren abwechselnd in Rom und Moskau stattfindet. Ziel ist es, jungen römisch-katholischen und orthodoxen Priestern eine „Innensicht“ der jeweils anderen Kirche zu vermitteln. Die römisch-katholischen Priester werden vom Bischof von Saint-Die, Didier Berthet, begleitet, der die Ökumene-Kommission der Französischen Bischofskonferenz leitet, sowie von P. Hyacinthe Destivelle, der im Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen für die Beziehungen zur slawischen Orthodoxie zuständig ist. Auf dem Programm stehen Besuche in den verschiedenen Abteilungen des Heiligen Synods des Moskauer Patriarchats, an den heiligen Stätten der russischen Hauptstadt, im Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad mit den wichtigsten theologischen Ausbildungsstätten der russischen Kirche sowie in Nowgorod und St. Petersburg. Die Priester-Delegation aus West- und Ostmitteleuropa trifft auch mit leitenden Persönlichkeiten der russisch-orthodoxen Kirche zusammen. (kap u. vn v. 30. 8.; JA v. 9. 9.)

 

„Zurück zu den Wurzeln“: Mit diesem Motto feiert die koptische Kirche ihre erste Weltjugendwoche in Kairo. 200 Gläubige aus 30 Ländern nehmen nach Angaben der katholischen Nachrichtenagentur „Fides“ im „Logos Center“ des koptischen Klosters Anba Bishoy, 90 Kilometer nordwestlich von Kairo, an Konferenzen, Seminaren, Filmvorführungen und Besuchen wichtiger Orte in der Geschichte und Gegenwart der koptischen Kirche teil. „Einer der Träume, die ich immer hatte ", erklärte der koptisch-orthodoxe Patriarch Tawadros II, "war es, Wege zu finden, unsere jungen Menschen, die für die Zukunft der Kirche stehen, nicht nur in Ägypten, sondern in der ganzen Welt zusammenzubringen. Wir hatten so viele Hindernisse und Schwierigkeiten, aber heute, auch dank vieler Gebete, hat Gott diesen Traum wahr werden lassen.“ Die koptischen Christen sind in mindestens 50 Ländern weltweit verstreut. Mehr als 30 Bischöfe üben ihren Dienst außerhalb Ägyptens aus. (fides u. vn v. 28. 8.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Im Zeichen der Erinnerung an die vor fünf Jahren in Libyen ermordeten „koptischen Märtyrer“ sind in der oberägyptischen Stadt Samalut ein Denkmal sowie ein Museum eröffnet worden. (JA v. 1. 3.)

     

  • Anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8. März hat die islamische und römisch-katholische Theologin Shahrzad Houshmand einen Schulterschluss gläubiger Frauen verschiedener Religionen für Gerechtigkeit angeregt. Die Iranerin, die dem Frauenrat des päpstlichen Kulturrates angehört, nahm an einer interreligiösen Frauenveranstaltung in Rom teil – und würdigte dabei die „Erklärung zur Geschwisterlichkeit aller Menschen“ von Abu Dhabi als wegweisend. Shahrzad Houshmand, Vizepräsidentin der Internationalen Vereinigung „Religious for Peace“ in Italien, meinte: „Wenn dann die Frauen des Glaubens sich vereinen, um auf den Schrei der Menschheit zu antworten, ein Schrei um Geschwisterlichkeit und menschliche Werte, dann wird das sicher ein großes Echo haben zugunsten der Menschheit.“ Die doppelte Theologin Houshmand hält die Abu-Dhabi-Erklärung für „orthodox und revolutionär zugleich“: „Es gibt ein enormes gemeinsames Erbe an Werten, wenden wir uns also diesen gemeinsamen Werten zu, die eingeprägt sind im Herzen jedes menschlichen Wesens. Das ist in sich schon eine wichtige Botschaft.“ (vn v. 3. 3.)

     

  • Zum Zeichen der Einheit der Orthodoxie wurde in der serbisch-orthodoxen Mariä Geburt-Kirche in Wien-Neulerchenfeld die Panorthodoxe Vesper zum „Sonntag der Orthodoxie" gefeiert. Dem Gottesdienst standen Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) vor. Mit ihnen feierten viele orthodoxe Geistliche und Gläubige aus unterschiedlichen Jurisdiktionen, darunter auch der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und stellvertretende Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, Nicolae Dura. Metropolit Arsenios sagte in seinem Schlusswort: „Wir sind eine Kirche. Wenn eine Ortskirche leidet, leidet die ganze Orthodoxie mit." Er hob als Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz die gute Situation der Orthodoxie in Österreich hervor. Das sei auch der „brüderlichen Liebe" der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zu danken. Dankbar erinnerte der Bischof daran, dass die Erzdiözese Wien im Jahr 2010 beschlossen hatte, die Neulerchenfelder Kirche der serbisch-orthodoxen Kirche zu übergeben. (kap v. 9. 3.)

     

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