Unkonventionelle Personalpolitik des Papstes: Er hat zwei „Priester der Strasse“ zu Erzbischöfen ernannt.

Ohne Rücksicht auf alte Gepflogenheiten in der römisch-katholischen Kirche zu nehmen, ernannte er Corrado Lorefice, einen einfachen Pfarrer und Theologen aus Sizilien, zum Erzbischof von Palermo. Der bisherige römische Weihbischof Matteo Zuppi wird Erzbischof von Bologna. Beide gelten als „Priester der Strasse“ und sind bei ihren Gläubigen sehr populär. Der 53-jährige Lorefice ist für seinen Kampf gegen die Mafia bekannt. Der 60-jährige Zuppi engagiert sich als Mitglied der Gemeinschaft Sant' Egidio für alte Menschen, MigrantInnen, Drogenabhängige und andere Randständige ebenso wie für den Frieden in Afrika. Zum Bischof ernannt wurde bisher nur, wer sich über längere Zeit in einem wichtigen Bistum verdient gemacht hatte. Doch Franziskus hält wenig von traditionellen Regeln. Er will neuen Wind in die Kirche bringen und Leute in hohe Positionen hieven, die seine Vorstellung einer barmherzigen Kirche verkörpern. (www.kathpress.at vom 27. 10.; http://www.nzz.ch vom 31. 10.; JA v. 8. 11.)

 

 

Weitere aktuelle Hoffnungszeichen

  • Der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo, Antoine Audo, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan, dass die Kirche in Syrien alles dafür tun werde, um Frieden und Versöhnung zu fördern. Für die Christen in Syrien hat 2020 mit einer Friedensmesse begonnen. Die Kirche sei überall präsent, auch dort, wo die Sunniten bewusst alles zerstört hätten. „In Aleppo haben die Menschen die wahre Haltung der Kirche entdeckt und zwar jene der Nächstenliebe. Es geht um die Hilfe für die Armen, es geht um den Respekt gegenüber Menschen. Das ist der Dialog des Lebens. Das ist das Schöne hier, trotz des Krieges. Die Christen haben diese Berufung und zwar mit einer Dynamik der Einheit. […] Wir müssen diese Dynamik der Einheit schaffen, was viel Kraft, spiritueller Glaube und Hoffnung bedarf.“ (vn v. 3. 1.)

     

  • Der Professor für Liturgiewissenschaft an der Universität Münster, Clemens Leonhard, plädiert für einen kirchlichen Segen für homosexuelle Paare: In den derzeitigen Vorschriften für eine Trauung wird z. B. für ältere Leute der Hinweis auf Kinder weggelassen. Sonderregelungen im Segensgebet gibt es ebenso bei Trauungen mit Christen anderer Konfessionen oder Religionen oder sogar für Atheisten. Warum also nicht auch für Homosexuelle, wenn es nur eine Segnung ist, fragt Leonhard. Es geht ja in den Trauungstexten „um das Glück der konkreten Menschen“ und er zitiert: „Wo Mann und Frau in Liebe zueinander stehen und füreinander sorgen, einander verzeihen, einander ertragen, wird deine Treue sichtbar.“ Diesen Satz könnte man doch auf „zwei Frauen oder zwei Männern“ umschreiben. Dem Wunsch der Homosexuellen nach einer Segnung gehört „nicht aus Großzügigkeit, sondern aus Gerechtigkeit“ entsprochen. (Die Furche v. 2. 1.)

     

  • Beim Angelus-Gebet zum Hochfest Epiphanie (6. Jänner) hat Papst Franziskus den Gläubigen der katholischen und orthodoxen Ostkirchen gratuliert. „Für sie und ihre Gemeinden wünschen wir das Licht und den Frieden von Christus, dem Retter“, sagte er beim Mittagsgebet vor Tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz. Er lud die Anwesenden zu einem Applaus für die ostkirchlichen Getauften ein, die ihr Weihnachtsfest am 7. Januar feiern.  (vn v. 6. 1.)

     

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